skyimages.de Photography by Stephan Messner

auf den Spuren der Steinkohle

Glückaufturm OelsnitzWer uns kennt weiss, dass wir normalerweise unsere Wander- und Fototouren eher in der Sächsisch- Böhmischen Schweiz, im Böhmischen Mittelgebirge oder Osterzgebirge unternehmen. Aber an diesen Wochenende war in meiner alten Heimatstadt Lichtenstein unser Aufenthaltsort und so lag es nahe, eine Wanderung in heimatlichen Gefilden zu planen.
Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich noch nie auf dem im Jahr 2000 errichteten „Glückaufturm“ auf der Abraumhalde des ehemaligen Deutschlandschachtes in Oelsnitz/ Erzgeb. war. So stand dieser, als Ziel unser Wanderung fest. (->Download als GPS)
Das erste Zwischenziel war der Stadtpark von Lichtenstein. Gefühlte Ewigkeiten scheint es her, dass ich das letzte mal dort war. Kindheitserinnerungen kommen wieder hoch, aber auch die Zeit vor der Landesgartenschau, als wir im Stadtpark so einiges gebaut hatten. Immer wieder schön sind die großen alten Buchen mit ihren weit verzweigten Wurzeln anzuschauen. Vorbei am Forsthaus ginge es weiter nach Rödlitz.  Knorrige Eichen, gleich den Gemälden von C.D. Friedrich säumen den Weg und gleichen in ihrer Silouette filigranen Scherenschnitten.

Zieroldeiche

Zieroldeiche

Zaundetail am Südbau der Zieroldfabrik

Wurzelwerk

Wurzelwerk

alte Eichen

alte Eichen

Wir erreichen die Ruine der ehemaligen Papierfabrik Zimmermann. Seit Anfang der Neunziger Jahre war ich nicht mehr dort gewesen und so war ich über den baulichen Zustand des Gebäudes doch erschrocken. Das Objekt ist nur noch ein Fall für die Abrissbirne. Da eines meiner Lieblingsmotive alte, verlassene Gebäude sind (Stichwort „Urbex“) fand ich natürlich gleich wunderschöne Motive und so verging einiges an Zeit, ehe wir unsere Wanderung fortsetzten konnten.

 Papierfabrik Zimmermann  Papierfabrik Zimmermann  Papierfabrik Zimmermann
Papierfabrik Zimmermann Papierfabrik Zimmermann Papierfabrik Zimmermann
Papierfabrik Zimmermann Papierfabrik Zimmermann Papierfabrik Zimmermann

Wir bogen ab durch den Ort und direkt am Eisenbahnviadukt führte uns der Wanderweg über neu errichtete Stufen (mein kleiner Felix zählte 113 Stück) nach links steil den Berg hinauf in Höhe des Bahngleises. Eine Bank und Schutzhütte lud zur ersten Rast ein. Der Blick sollte eigentlich weit ins Land schweifen, aber leider war es in den Vormittagsstunden noch sehr diesig und so reichte die Sicht nur wenige Kilometer nach Hohndorf.  Vorbei an der Halde des Vereinigtfeld-Schachtes von Hohndorf ging der bequeme Wanderweg über Felder. Wie oft habe ich als Kind auf der Halde nach Fossilien gesucht. Mit den Fahrrad führen wir oft hierher und freuten uns über die geborgenen Schätze, welche wir im Rücksack mühsam nach Hause schleppten. So mancher fossilier Farnwedel, Schachtelhalm und Rindenstück eines Siegelbaumes liegt noch heute in unserer Wohnzimmervitrine. Wir ließen jedoch die Halde links liegen und freuten uns als wir die Gaststätte „Walderholung“ erreichten. Mich irritierte etwas das Schild mit den Öffnungszeiten, da Samstag nicht geöffnet zu sein scheint. Jedoch sahen wir durchs Fenster Gäste und so versuchten wir unser Glück und freuten uns, als wir einen Tisch fanden, der nicht reserviert war. Eigentlich wollten wir nur etwas trinken, aber dann überkam uns in diesem gemütlichem Ambiente doch der Hunger und so wurde ein der geplanten Kurzpause ein ausgedehntes Mittagessen.

einsamer Teddy in Rödlitz

einsamer Teddy in Rödlitz

Aufstieg am Eisenbahnviadukt

Aufstieg am Eisenbahnviadukt

Eisenbahnviadukt in Rödlitz

Eisenbahnviadukt in Rödlitz

Eisenbahnviadukt in Rödlitz

Eisenbahnviadukt in Rödlitz

Blick nach Hohndorf

Blick nach Hohndorf

Hohndorfer Kirche und Schule

Hohndorfer Kirche und Schule

Gut gesättigt machten wir uns wieder auf den Weg zu unserem Hauptziel und erreichten schon nach kurzer Strecke durch den Buchwald den Fuß der Deutschlandschachthalde. Am Aufstieg fanden wir einiges an Abraumgestein und als wir das Hämmern von Fossiliensuchern vernahmen, war auch das Sammelfieber in uns entfacht. So dauerte es auch nicht lange, als wir die ersten Abdrücke von Farnen in den Händen hielten. Wenig später erreichten wir das Plateau der Halde und als wir an dem Aussichtsturm standen, war ich über dessen Ausmaße doch recht erstaunt. Wir bestiegen das stählerne Ungetüm und erreichten schnaufend die Aussichtsplattform. Leider war die Sicht immernoch durch den Dunst in der Luft eingeschränkt, aber auch so war die Sicht recht beeindruckend. Felix wollte unbedingt seinen selbstgebastelten Papierflieger von da oben starten und als das papierne Kunstwerk fast senkrecht dem Boden entgegenfiel, war er dann doch etwas endtäuscht. An der Aerodynamik der Papierflieger müssen wir noch arbeiten 😉

Glückaufturm

Glückaufturm

Glückaufturm

Glückaufturm

Glückaufturm

Glückaufturm

eingetrübter Panoramablick vom Glückaufturm

eingetrübter Panoramablick vom Glückaufturm

Entlang der Garnstraße machten wir uns auf in Richtung Promnitzer um in regelrechtem Zickzagkurs durch den Neuschönburger Wald zu irren. Wir überquerten die Heinrichsorter Straße und wanderten im herrlichsten Sonnenschein auf dem Oelsnitzer Steig über die Höhenzüge südlich von Marienau in Richtung Niclaser Bad. Dieses ließen wir wieder links und erreichten endlich am „Teich vom garstigen Mann“ die Niclaser Straße. Über die Alberthöhe, dessen Aussichtsturm auf Grund der Sichtverhältnisse nicht bestiegen und einem Kurzen Stück auf dem Burgweg erreichten wir endlich wieder Lichtensteiner Boden. Der Weg übder die Drei Linden und dem Wind in die Stadt war dann nur noch ein Kinderspiel.
Zu Hause angekommen staunte ich dann doch nicht schlecht, dass wir laut GPS knapp 20km unterwegs waren. Es war schön, seine alte Heimat mal wieder so intensiv erleben zu können.

Blick nach Heinrichsort vom Oelsnitzer Steig aus

Blick nach Heinrichsort vom Oelsnitzer Steig aus

Blick vom Oelsnitzer Steig zur Alberthöhe

Blick vom Oelsnitzer Steig zur Alberthöhe

Blick nach Lichtenstein

Blick nach Lichtenstein

unsere Wandertour

unsere Wandertour

 

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