skyimages.de Photography by Stephan Messner

Zum Frienstein in die Idagrotte

Pünktlich zum Frühlingsbeginn, war er da, der Wetterumschwung und graue Wolken luden nicht gerade dazu ein, durch die Sächsische Schweiz zu wandern. Allerdings sollte der angekündigte Regen am Sonntag erst am Ende des Tages eintreffen. So fassten wir den Entschluß, unser Ziel den Frienstein mit der Idagrotte dennoch zu erkunden.
Das gute an dem Wetter ist allerdings, dass es nun kein Problem bereitet im Kirnitzschtal einen Parkplatz zu bekommen. Nur wenige Wandersleute trauen sich hinaus. So stellen wir unser Auto auf dem Parkplatz am Beuthenfall ab, überqueren die Kirnitzsch und wandern bergan auf dem Malerweg durch den Dietrichsgrund. Schon nach wenigen hundert Metern erreichen wir den rot markierten Aufstig zum Fuß des Bloßstock. Schnell sind die Holzstufen überwunden und der Weg endet an der mächtigen Sandsteinwand des Bloßstock. Gleich einer gut befestigten mittelalterlichen Stadt macht das Sandsteinmassiv mit seinen vielen Zinnen und Türmen einen abweisenden Eindruck. Der graue, wolkenverhangene Himmel passt irgendwie zu der Szenerie und lassen an Gondor im Herr der Ringe denken.

Am Fuß des Bloßstock

Am Fuß des Bloßstock

Am Fuß des Bloßstock

Am Fuß des Bloßstock

Da wir unsere Kinder „überreden“ konnten, mit auf Tour zu gehen, wählen wir allerdings nicht den anspruchsvollen Aufstieg über die Hentzschelstiege oder Zwillingsstiege, sondern entscheiden uns links den Königsweg entlang am Fuß der mächtigen Felsen zu laufen. Immer wieder eröffnen sich schöne Blicke in die hintere Sächsische Schweiz. Viele Birken sind durch Schneebruch, wahrscheinlich vom Winter 2012/2013, umgebogen. Wie in einem Mikadospiel liegen Stämme umher. Nur der Wanderweg wurde notdürftig freigeräumt. Wieder geht es durch schönen Hochwald mit vielen vom Felsmassiv vor langer Zeit herabgestürzten Sandsteinblöcken. Alte Fichten umklammern mit ihren verzweigten Wurzeln die Felsen, als wollten sie diese zerquetschen. Vom Regen der letzten Nacht liegt viel Feuchtigkeit in der Luft. Das Grün der Moose leuchtet und die Flechten zeigen ein reichhaltiges Formen- und Farbespiel. Überall regt sich Leben und die Knospen der Birken und Lärchen zeigen schon das erste Grün.

Birkenmikado

Birkenmikado

Moosfelsen

Moosfelsen

Nach nicht ganz zwei Kilometern gelangen wir an den Abzweig hinauf zum Frienstein. Unzählige Holzstufen führen im Zickzack durch die Sandsteinwände steil nach oben. Man fühlt sich im wahrsten Sinne des Wortes wie im Urwald. Modriges Altholz, Moose, Farne noch im Winterschlaf, die Buchfinken singen, altes Buchenlaub macht das Aufsteigen zu einer rutschigen Angelegenheit. Unser Jüngster hat sich vorgenommen, die Stufen zu zählen. Zweihundertachtunddreißig, -neununddreißig, -vierzig… und noch immer ist kein Ender dieser Treppe in den Himmel zu erkennen. Uns wird warm, sehr warm. Der Schweiß rinnt und als wir endlich die obere Affensteinpromenade erreichen, müssen wir erst einmal eine Pause einlegen um den Sauerstofflevel unseres Blutkreislaufes wieder in den normalen Bereich steigen zu lassen. Schnaufend höre ich unseren Junior noch die letzten Stufen zählen.
vierhundertachtundsechszig, -neunundsechzig, siebzig… „Mist, das sind keine 500 Stufen!“ Und was macht der Kleine? Rennt schnell noch einmal dreißig Stufen zurück und zählt weiter. Vierhundertneunundneunzig, fünfhundert! Zufrieden mit seinem Ergebnis setzen wir unsere Wanderung fort.

Aufstieg zum Frienstein

Aufstieg zum Frienstein

Aufstieg zum Frienstein

Aufstieg zum Frienstein

Der Abzweig zur Idagrotte am Frienstein ist schnell erreicht. Am Anfang eine breite, sandige Fläche, die noch nichts böses vermuten lässt. Schöne Blicke in die Landschaft öffnen sich. Etwas versteckt geht es durch ein kleines Felstor und über Felsbrocken kletternd, gelangen wir zum spektakulären Zugang zur Idagrotte bzw. dem Hinteren Raubschloß. Nur wenige Fuß breit ist der Absatz entlang der schmalen Felskante, mit einem wirklich atemberaubenden Blick hinab in die dicht bewaldete Tiefe. Drei metallene Haltegriffe suggerieren eine gewisse Sicherheit. Das Überwinden dieser kleinen Mutprobe lohnt sich aber sehr, denn die Iadgrotte ist durch ihre für die Sächsische Schweiz beeindruckende Größe wirklich sehenswert. Mehrere Felsbögen eröffnen einen herrlichen Blick hinaus in die unberührte Landschaft. Die Kinder sind begeistert und wollen gar nicht mehr weg. Wir erkunden alle Ecken und Kanten dieses Felslabyrinths, verspeisen mit gutem Appetit unseren Proviant und ich komme aus der Motivsuche gar nicht mehr heraus. Immer wieder finde ich schöne Ausblicke zum Fotografieren.

Ausblicke zwischen Satanspf und Frienstein

Ausblicke zwischen Satanspf und Frienstein

Friensteinwächter

Friensteinwächter

gut festhalten!

gut festhalten!

Blick in den Abgrund

Blick in den Abgrund

Zugang zur Idagrotte

Zugang zur Idagrotte

in der Idagrotte

in der Idagrotte

Eingang zur Idagrotte

Eingang zur Idagrotte

Rastplatz am Frienstein

Rastplatz am Frienstein

Aussicht am Frienstein

Aussicht am Frienstein

Panoramablick von der Idagrote aus

Panoramablick von der Idagrote aus

Doch wir müssen weiter. Zwar gibt es Widerspruch seitens der jugendlichen Mitwanderer, als sie unseren Plan vom Abstieg über den kleinen Winterberg erfahren. Sie wollen am liebsten direkt zurück und beschweren sich über den „blöden Umweg“. Doch das Lamentieren hilft nichts und wir setzten die Wanderung auf der oberen Affensteinpromenade in Richtung kleiner Winterberg fort. Immer wieder öffnen sich Ausblicke in die bizarre Sandsteinwelt und machen das Wandern kurzweilig. Protest gibt es nur, weil ich durch das Fotografieren oft den Anschluß an die Wandertruppe verliere.
Bald erreichen wir die Treppen am kleinen Winterberg und beginnen den Abstieg. Stufe für Stufe gelangen wir abwärts und sind froh, als wir mit schmerzenden Knien, das Ende des Abstieges erreichen. Noch eine letzte Rast, ein wohlverdientes Bier und auf direktem Weg über die Zeughausstraße erreichen wir mit einsetzendem Regen gut gelaunt unser Auto.

Blick zurück zum Frienstein

Blick zurück zum Frienstein

Rast am Kleinen Winterberg

Rast am Kleinen Winterberg

Am Wegesrand

Am Wegesrand

am Beuthenfall

am Beuthenfall

Wanderroute

Wanderroute

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