skyimages.de Photography by Stephan Messner

auf die Vysoky Ostry (Hohe Wostrey)

Burg Schreckensteinim Böhmischen Mittelgebirge.
Es ist die schönste Jahreszeit, das Frühjahr und immer wieder zieht es uns in das nahegelegene Böhmische Mittelgebirge mit seinen Bergen, tiefen Tälern, blühenden Gärten und dem tief eingeschnittenen Elbtal.
So war unser Ziel für das vorösterliche Wochenende mit Hilfe des „Wanderführers – Böhmische Mittelgebirge“ schnell ausgesucht. Wir verabredeten uns wieder mit Familie Zickler (www.free-inspiration.com) und um es mit den Kindern nicht ganz zu verscherzen, starteten wir erst zu später vormittäglicher Stunde gegen 10 Uhr.

Das Wetter ist durchwachsen. Viele Wolken ziehen am Himmel, manche im dunklen Grau drohen gar, ihre Wasserlast fallen zu lassen. Aber es geht ein relativ kräftiger Wind und dieser zerrupft die Wolken, so dass immer wieder die Sonne eine Chance hat, ihre wärmenden Strahlen auf die frisch ergrünte Landschaft zu werfen.
Der Blick vom Nollendorfer Pass in Richtung Mittelgebirge ist recht getrübt, da die hohe Luftfeuchtigkeit die Fernsicht doch stark einschränkt, und so ist der Milleschauer nur knapp zu erahnen. Schnell erreichen wir Aussig/ Usti n.L., überqueren die Elbbrücke und erreichen nach einer knappen halben Stunde Fahrt den Parkplatz der Burg Schreckenstein/ Hrad Střekov. Wir erkunden kurz die Burg und halten uns dann aber recht schnell an die im Wanderbuch erläuterte Routenbeschreibung.

Burg Schreckenstein

Burg Schreckenstein

Burg Schreckenstein

Burg Schreckenstein

Burg Schreckenstein

Burg Schreckenstein

Knapp 15km ist die Strecke, die wir heute zurücklegen wollen. Der Wergweiser ist schnell gefunden, und so wandern wir durch den frisch ergrünten Wald gemütlich bergan. Es ist, als ob die Natur alle Pflanzen auf einmal zum Ergrünen und Blühen bringen will. Da blüht am Waldboden noch das Buschwindröschen, aber auch das Maiglöckchen ist schon Mitte April kurz vor dem Aufblühen. Auch die Bäume wollen dieses Jahr alle zur gleichen Zeit ergrünen. Das zarte Grün der gezähnten Hainbuchenblätter wetteifern mit den samtbehaarten Buchenblättern und auch die Steineichen haben dieses Jahr beschlossen, nicht erst im Mai ihre Knospen aufplatzen zu lassen. Das Wandern, eher als Spazieren zu bezeichnen ist ein Genuß. Knorrige Bergarhorne, gar nicht groß, doch schon sehr alt bringen mit ihren bräunlich gefärbten, frischen Laub etwas Abwechslung und das helle Grün. Waldmeister, kurz vor der Blüte bildet dichte Horste, Farne rollen ihre Wedel auf. Eine Renaissance der Natur.
Wir zeigen nach knapp einem Kilometer vom markierten Wanderweg nach rechts ab und erreichen eine exponierte Stelle auf dem Felshang in Südwestlage. Der Blick schweift im Süden über die Hasenburg, die hier grotesk wirkenden Industrieanlagen von Lovosice weiter zum markanten Gipfel des Lovosch. Der kleine und der große Milleschauer grüßen im Westen und ganz im Dunst ist auch der alpin wirkende Felskegel des Borschen im Dunst zu erahnen. Unter uns das tief ausgewaschene Elbtal mit der Burg Schreckenstein und nach Norden zeigt sich blass der Kamm des Osterzgebirges.
Kaum, dass wir gewandert sind, beschließen wir einstimmig, dass dieser Platz ideal für die erste Rast ist und so packen wir unseren mitgebrachten Proviant aus, dem wir genüsslich beim Beobachten der Licht- und Schattenspiele der Sonnenstrahlen verzehren. Nun muss ich zugeben, dass ich eher mit fotografieren als mit essen beschäftigt bin und selbst als Sven die Flasche hausgemachten Likör öffnet, bin ich noch nicht gleich vom fotografieren abzubringen.

  • Blick hinunter nach Birnai/ Brná Blick hinunter nach Birnai/ Brná
  • Burg Schreckenstein Burg Schreckenstein
  • Burg Schreckenstein Burg Schreckenstein
  • Blick ins Elbtal Blick ins Elbtal
  • new life new life
  • Wanderweg Wanderweg
  • Prost Prost
  • Sven in seinem Element Sven in seinem Element
  • Blick zur Burg Schreckenstein Blick zur Burg Schreckenstein
  • Blick ins Elbtal nach Sebuzin Blick ins Elbtal nach Sebuzin
  • Wegweiser an der Burg Schreckenstein Wegweiser an der Burg Schreckenstein

Die Zeit vergeht wie im Fluge und ich frage mich das erste mal, wie wir unsere Strecke heute noch schaffen wollen. Also geht es weiter bergauf. Der Bergwald öffnet sich und die ersten in blühte stehende Obstbäume und Schlehenbüsche säumen die Weide, auf der uns neugierig drei Pferde beobachten. Vor uns liegt das beschauliche Neudörfel/ Nová ves. Ein kleiner Umweg führt uns zu einer kleinen Kapelle im Dorfzentrum, vor der eine uralte Linde im frischen Grün steht. und wie auf einer kitschigen Postkarte steht nebenan noch ein wunderbar restauriertes Haus mit Blockwänden und Laubengang, wie es dereinst typisch für diese Gegend war. Einzig das Wirrwarr an Strom- und Telefonleitungen trüben den romantischen Anblick.

  • Neudörfel/ Nova ves Neudörfel/ Nova ves
  • Neudörfel/ Nova ves Neudörfel/ Nova ves
  • Neudörfel/ Nova ves Neudörfel/ Nova ves
  • Blick von Neudörfel nach Aussig Blick von Neudörfel nach Aussig
  • süüüüsss süüüüsss
  • Neudörfel/ Nova ves Neudörfel/ Nova ves
  • Hunger? Hunger?
  • Begrüssung in Neudörfel/ Nova ves Begrüssung in Neudörfel/ Nova ves
  • Neudörfel/ Nova ves Neudörfel/ Nova ves
  • Neudörfel/ Nova ves Neudörfel/ Nova ves
  • Neudörfel/ Nova ves Neudörfel/ Nova ves
  • Neudörfel/ Nova ves Neudörfel/ Nova ves

Wo ein Dorf ist, ist eine Kneipe nicht weit und so gehört es sich, wenigstens für ein kühles Březňák bzw. Cola für die Kinder in die nicht gerade einladend wirkende Country Hostinec einzurücken. Der Kneipenwirt mit Migrationshintergrund bestätigt den Eindruck, den die Kneipe schon von Aussen ausstrahlt. Wir nehmen auf der Terasse Platz und kurze Zeit später halten wir die Gläser mit unseren Getränken in der Hand. Im Schein der Sonne zeigen die Glasränder ihre bewegte Vergangenheit und nur unter Aufwendung von roher Gewalt gelingt es uns die klebrigen Gläser aus der Hand zu lösen 😉

Hostinec in Neudörfel

Hostinec in Neudörfel

Egal, wir haben Durst und nach der zweiten Pause nach nicht einmal ganz drei Kilometern wandern wir weiter. Es geht zurück an der Kapelle vorbei die wenig befahrene Dorfstraße bergauf. Grüne Wiesen, gegliedert durch in voller Blüte stehende Hecken aus Schlehen, Birnbäumen und Kirschen säumen den Weg. Nach einem Kilometer zweigen wir recht ab und wir wandern durch diese opulente Blütenpracht, welche immer wieder schöne Fotomotive abgeben. So sind die Frauen mit den Kindern schon weit voraus und wir Männer haben Mühe diese wieder einzuholen. Vor uns erhebt sich der Gipfel der Hohen Wostry und wir sind kurz darauf wieder von hohem Wald umschlossen. Buchen, Arhorn und Eiche dominieren den Baumbestand in den steilen Geröllhängen aus Basalt. Wir erreichen den hohen Uhufelsen, die südliche Abbruchkante des Berges um kurz darauf in engen Serpentinen die steilen Kegel zu erklimmen. Auf dem Basaltfels führt eine Treppe auf eine neu errichtete Plattform. Die Sicht ist unbeschreiblich. Weit schweift das Auge und neben den weiter oben beschriebenen Gipfeln des Mittelgebirges zeigen sich nun auch der Hohe Schneeberg als Hinweis auf das nahe Elbsandsteingebirge. Im Osten ist der markante Funkturm des Zinkenstein/ Buková hora nicht zu übersehen. Die Gipfel des Lausitzer Gebirges verschluckt allerdings der Dunst.
Fünf Kilometer sind wir nun unterwegs. Der eigentliche Wanderplan mit 15km ist nun illusorisch und da der Platz hier oben auf der Hohen Wostry so schön ist, liegt es Nahe, die dritte Rast hier etwas ausgiebiger zu gestalten. Der Inhalt der Flasche Likör neigt sich bedenklich schnell dem Ende und da sich die Sonne immer häufiger zeigt ist jeder froh, als ich Anfrage, ob wir diesen Gipfel als Endziel unserer heutigen Wanderung ansehen wollen. 😉
Nun ist der Zeitdruck weg und so liegt es Nahe, die gewonne Zeit für ein paar Aufnahmen ein paar Zeitraffersequenzen zu nutzen. Wozu haben wir den die Stative sonst hier hoch geschleppt? So dauert es nicht lange und das rhythmische klicken der Auslöser im 3 Sekundentakt ertönt.
Wir geniessen die Sonne und Aussicht und freuen und des Lebens.

  • Timelapsen auf der Hohen Wostry Timelapsen auf der Hohen Wostry
  • Elbtal Elbtal
  • Elbtal Elbtal
  • Frühlingsfarben Frühlingsfarben
  • Elbtal bei Sebuzin Elbtal bei Sebuzin
  • Lichtspiele Lichtspiele
  • Veilchen Veilchen
  • Sven im Blütenmeer Sven im Blütenmeer
  • Blick über Aussig zum Erzgebirge Blick über Aussig zum Erzgebirge
  • Milleschauer Milleschauer
  • Doppelgipfel des Lobosch Doppelgipfel des Lobosch

Bergab nehmen wir den extrem steilen Nordpfad und in extrem steiler Neigung, mehr rutschend als laufend bewegen wir uns in recht schnellen Tempo bergab und sind froh, ohne Blessuren die Basis des Berges erreicht zu haben. Wir erreichen wieder die Dorfstraße und laufen den Weg zurück zur Burg Schreckenstein.
Es war eine schöne Wanderung… ähm ich meine ein schöner Spaziergang 😉

geplante Route

geplante Route

2 Thoughts on “auf die Vysoky Ostry (Hohe Wostrey)

  1. Pingback: Ausflug auf die Hohe Wostrey (Vysoky Ostry) › free-inspiration.com › Böhmisches Mittelgebirge, Himmel, Ústi nad Labem, Wald, Wolken, Wostry

  2. Aber unsere Kinder meinst du mit „um es mit den Kindern nicht ganz zu verscherzen, starteten wir erst zu später vormittäglicher Stunde gegen 10 Uhr.“ nicht oder? Wenn es nach denen geht hätte es schon um 7Uhr los gehen können 😀

    Grüße Sven

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