skyimages.de Photography by Stephan Messner

Das Naturphänomen Boreč

Treppe der Himmelschlüssel

Treppe der Himmelschlüssel

Der unscheinbare Berg Boreč (deutsch: Boretzer Berg) ist kein markanter Gipfel im böhmischen Mittelgebirge und wird von Wandersleuten oft links liegen gelassen, zumal der Aufstieg auf den Berggipfel auch nicht durch eine Einkehr in eine Gaststätte belohnt wird. Dennoch lohnt sich ein Besuch dieser geologischen Besonderheit.
So planten wir für den Ostermontag dem Berg einen Besuch abzustatten.
In Velemin treffen wir uns wieder mit unserem Freund Marek und parken unsere Autos in dem kleinen Ort Režný Újezd (Rezny-Aujezd). Vorbei an einer kleinen Kapelle geht es auf dem grün markierten Wanderweg wenige hundert Meter über Feldraine an den Fuß des Berges. Eine Tafel weist den Berg als Naturdenkmal aus und so wandern wir den beschaulichen Weg bergan. Schnell sind wir vom frischen Grün der Bäume umschlossen. Der Waldboden ist übersät von blühenden Himmelschlüssel, Waldmeister, Sternmiere und auf felsigen Stellen bildet der seltene Weiße Steinbrech dichte Polster und ist kurz vor dem Aufblühen.


Blockfelder
Frühlingserwachen
Frühlingserwachen
Sternmiere
Sternmiere
Sternmiere
Sternmiere
Sternmiere
Sternmiere
Marek im Einsatz :)
Marek in action 😉
Waldmeister
Waldmeister
was guckst du?
was guckst du?

Überall singen Vögel und über Stufen geht es steil bergan. Wir erreichen das erste Geröllfeld, bestehend aus verwittertem vulkanischen Klingstein (Phonolith). Woher der Stein seinen Namen hat, merken wir schnell, als wir über die Steinplatten laufen. Hell wie Tonscherben erklingt der Stein. Und noch eine geologische Besonderheit versteckt sich in dem Geröll. Tiefe Klüfte und Hohlräume durchziehen den ganzen Berg und bilden Kamine, in denen am Fuß des Berges die Umgebungsluft angesaugt, im Berginneren erwärmt wird und auf der Bergkuppe durch Löcher im Boden wieder austritt. Hinweistafeln weisen auf dieses Naturschauspiel hin.
Der Der Aufstieg ist nicht allzu lang. Es geht durch einen verwunschenen Wald aus kleinwüchsigen, verkrüppelten Eichen, Bergarhorn, Weißdorn und Hainbuchen. Schon erreichen wir das Plateau des Berges. Leider ist ringsum alles zugewachsen, so dass uns die Sicht in die umliegende Landschaft verwehrt ist. Wir suchen uns ein Platz zum Picknick und erkunden die vielen Luftlöcher, aus denen die Luft merklich warm austritt. Nach einer ausgiebigen Rast wandern wir auf der Südseite des Berges wieder hinunter, wobei wir Fotografen bei der Suche nach Makro-Motiven scheinbar die Zeit vergessen. (s. auch Bilder von Marek)
Eine Lichtung macht den Blick in Richtung des Berges Lovos (Lobosch) und dem Industrieort Lovosice frei. Auch hier machen wir einige Bilder, als das Telefon klingelt und meine Frau im strengen Ton fragt, wo wir den bleiben. 😉


geheimnissvolle Löcher

die Kamine am Borec

die Kamine am Borec

Rast auf dem Gipfel

Weißer Steinbrech

Himmelschlüssel

Blick nach Lovosice

Blick nach Lovosice

der Löwe von Režný Újezd

der Löwe von Režný Újezd


Also schnell die Beine in die Hand genommen und mit ein klein wenig schlechten Gewissen beladen, erreichen wir die Wandertruppe am Parkplatz.
Mit ca. 6km Wegstrecke ist diese Tour sicherlich nicht als Wanderung zu bezeichnen. Auch fehlt der Fernblick, der sonst den Aufstieg auf die Gipfel des Böhmischen Mittelgebirges belohnt. Aber auf Grund der geologischen Besonderheit ist der Boreč sicherlich als Ausflugsziel zu empfehlen.

borec

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