skyimages.de Photography by Stephan Messner

auf historisch Spuren zum Kelchberg

Blick vom KelchbergDer Kalich (zu deutsch Kelchberg), ein 536m hoher Berg aus Phonolithgestein, befindet sich im rechtselbischen Teil des Böhmischen Mittelgebirges (České středohoří) in der Nähe der kleinen Gemeinde Třebušín (Triebsch).
Schon lange hatten wir uns diese Gegend als Ziel gesetzt, aber immer wieder kam irgend etwas dazwischen, den rechtselbischen Mittelgebirgsteil zu erkunden. Da das Wetter das letzte Wochenende wieder sehr wechselhaft war und die Planung einer größeren Wanderung wetterbedingt sehr riskant war, entschlossen wir uns kurzerhand die 40km nach Trebisch zu fahren und vor Ort zu entscheiden, ob und wenn ja welche kleinere Wanderung wir unternehmen wollen.
Schnell erreichten wir über die Autobahn Aussig (Usti n.L.), durchquerten die Stadt und fuhren über die sehenswerte Elbbrücke in uns unbekanntes Wandergebiet. Enge, kurvenreiche Straßen führten durch kleine Weiler mit interessanter, fotogener Bausubstanz. Wiesen und Wälder in sanften Schwüngen wechselten Sich ab un gaben der Landschaft ein romatisches Aussehen. nach knapp 40 Minuten anfahrt erreichten wir den kleinen, verschlafenen Ort Triebsch und parkten unser Auto auf dem kleinen Parkplatz direkt am gepflegten Friedhof der Gemeinde direkt am Fuss des Kelchberges.
Natürlich besuchten wir erst einmal den Friedhof und fanden viele alte deutsche Gräber aus längst vergangener Zeit. Einige waren gepflegt, anderen hat der Zahn der Zeit arg mitgespielt. Im Gegensatz zu manch alten Friedhöfen aus deutscher Zeit wurde dieser aber von der tschechischen Bevölkerung nach der Vertreibung der Deutschen weitergenutzt und so macht die Gesamtanlage einen gepflegten Eindruck.
Nach dem Rundgang machten wir uns auf den Weg und folgten dem gelb markierten Wanderweg unterhalb des Kelchberges nach Norden. 500 Meter später bogen wir links der Ausschilderung nach in den Wald um nach weiteren 300 Metern am Wegweiser scharf nach rechts auf den Berghang abzubiegen. Der Wald ist dicht und auf Grund des feuchten Sommers noch üppig grün.  Die Hainbuchen sehen fast so frisch wie im Frühjahr aus. Die vielen Pilze am Wegesrand zeigen jedoch die Herbstzeit unwidersprüchlich an. In einigen Kehren schlängelt sich der Weg den Berg hinauf und wir geniessen die üppige Vegetation. Hainbuchen, Bergarhorn, Eichen und Erlen bilden den naturbelassenen Bewuchs. Auf dem Boden zeugen noch die verblichenen Überreste und Fruchtstände von Maiglöckchen, Waldmeister, Leberblümchen und anderer Frühblüher, dass sich auch ein Besuch im Frühjahr lohnen wird. Ohne große Mühe erreichen wir das felsige Plateau des Berges. Eine zweisprachige Hinweistafel informiert über die Burg, die einst den Gipfel des Kelchberges krönte. Einige Mauerreste sind noch zu entdecken und grasbewachsene, ebene Flächen lassen den Grundriss der Anlage erahnen.

Die Felsklippen fallen an der West und Südseite steil ins Tal ab und bieten schöne Aussichten. Leiter ist durch die hohe Luftfeuchtigkeit die Fernsicht etwas getrübt. Der Blick schweift vom Zinkenstein (Bukova hora) im Norden über die Gipfel des Mittelgebirges nach Süden bis hin zum sich blass am Horizont erhebenden geschichtsträchtigen Berg Říp (Sankt Georgsberg).
Fern glitzert im Süden der Elblauf und weisst den weg in Richtung Melnik, dass aber im Dunst leider nicht auszumachen ist. Bei klarer Sicht dürfte es sicherlich möglich sein, bis nach Prag zu schauen.
Nach einer Rast auf dem Felsen nehmen wir den Weg zurück bis zum Wegweiser am Bergfuss und halten uns jedoch nach rechts, um den Berg auf der Ostseite zu umrunden.

Später erreichen wir die ersten Häuser von Triebsch und bewundern die hübschen, liebevoll sanierten Holzhäuser. Dann besuchen wir noch den Pestbrunnen und die Sankt Nikolaus Kirche.

Auf der mit Äpfel- und Birnbäumen gesäumten Straße pflückten wir noch einen Korb voll Früchte als Wegzehrung.
Wider erwarten hatte das Wetter doch noch mitgespielt und selbst die Sonne hatte sich ab und zu blicken lassen.
Es war eine schöne, gemütliche Sonntagstour.

Strecke: ca 5,0 km
Höhendifferenz: 262m

tour

Hoehe

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