skyimages.de Photography by Stephan Messner

Durch die Schluchten des Balkan 2015

17./18.Juli 2015 Über Prag, Znojmo, Wien, Graz, Maribor, Zagreb, Karlovač, nach einer nächtlichen Tour von knapp 950km sind wir wohlbehalten gegen 6.30 Uhr an den Plitvicer Seen angekommen. Und so sind wir die ersten, die in morgendlicher Sonne eine entspannte Wanderung durch die unzähligen Wasserfälle ohne Menschenmassen unternehmen. Gegen 10 Uhr sind wir jedoch schon wieder auf dem Rückweg, da die Müdigkeit nun doch ihren Tribut fordert und auch die Menschenmassen den Park fluten.


Wir beziehen dann auch gleich unser „Familienzimmer“, das kulanter weise auch noch ein „Luxus“-Upgrade bekommt 😀
Bilder sprechen mehr als tausend Worte 😀

Am Nachmittag wandern wir dann noch zu dem großen Wasserfall /Veliki slap. Aus großer Höhe öffnen sich, von den versteckt liegenden Aussichtspunkten, schwindelerregende Blicke in die tiefe ausgewaschene Schlucht. Auf Holzstegen wuseln die Menschen ameisengleich durch das Labyrinth aus Wasserfällen und Seen. Gleich neben uns stürzen sich die Wasserfälle der Plitvicer Baches 80 Meter in die Tiefe.
Natürlich habe ich vor, hier ein paar Aufnahmen mit dem Kopter zu machen. In dem unwirtlichen, von dichtem Buschwerk bewachsenen Gelände ist es gar nicht so einfach, einen geeigneten Startplatz zu finden. Nur mit ein paar Tricks, gelingt es mir unter Ästen den Kopter knapp über den Boden in die Luft steigen zu lassen, und dann unter Ästen nach draussen in die Schlucht zu fliegen. Nur hatte ich nicht bedacht, dass bei dieser Aktion der feine Kalkstaub auf dem Weg schlagartig verwirbelt und den Startplatz in eine dichte Wolke einhüllt. Natürlich hatte ich die Fototasche und den Kopterkoffer offen liegen und der ganze Dreck setzte sich in jede Ritze fest… egal. Da ist halt am Abend großes Putzen angesagt.
Ich fliege ein paar Runden, filme und nehme schöne Panoramabilder auf.

Zum Abendessen fahren wir ein paar Kilometer in ein kleines Dorf und schlagen uns den Bauch mit den typischen Kroatischen Gerichten voll. Mein Plan, die Milchstraße über den Plitvicer Seen aufzunehmen scheitert, da der Dunst dem Sternenlicht keine Chance lässt, seinen nächtlichen Glanz zu verbreiten. So lassen wir den erlebnisreichen Tag gemütlich im Wirlpool auf der Terrasse bei kühlen Weisswein ausklingen.
Der Schlaf ist totengleich 🙂

19. Juli 2015
Gegen 6.00 Uhr bin ich wieder auf den Beinen. Ich habe früh keine richtige Ruhe, wenn wir wieder eine recht lange Fahrt vor uns haben. So fange ich an, die Sachen zu ordnen und das Auto zu packen. Natürlich nehme ich dabei keine große Rücksicht auf Geräuschvermeidung, da ja der Rest der Familie auch so langsam munter werden soll 😉
Gemeinsam ist schnell alles zusammengepackt und kurz nach 8 Uhr checken wir ohne Frühstück(es war uns in der Hotelanlage schlicht zu teuer) aus und genossen im nächsten Dorf ein üppiges Frühstück zu einem Bruchteil des Hotelpreises 😀

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Heute ist unser ca. 400km entferntes Etappenziel die Stadt Mostar in der Herzegovina. Wir beschliessen, nicht die Adria-Autobahn durch Kroatien zu fahren, sondern wollen quer durch die Pampa die Landschaft erkunden.
Nach wenigen Kilometern erreichen wir gut gesättigt und in bester Laune den Grenzübergang nach Bosnien. Man ist es schon fast nicht mehr gewohnt, und es erinnert an die alten Zeiten, denn, obwohl nur eine handvoll Autos vor uns sind, dauert die Abfertigung an der Grenze doch eine kleine Weile. Nach diesem kleinen Aufenthalt geht es nun hinein in die weite Landschaft Bosniens. Weit reicht der Blick über langgezogene Täler zu den im Dunst liegenden Bergen. Die Straßen sind gut ausgebaut und schnell erreichen wir die erste größere Stadt Bihać. Moderne Gewerbegebiete wechseln mit Stadtteilen voller kleiner Läden und Bars. Trotz Sonntag zeigt sich lebhaftes Treiben auf den Straßen. Überall gibt es Stände mit Obst und Gemüse. Wir fahren aber ohne Halt weiter und lassen auch die wunderschöne Flusslandschaft der Una sprichwörtlich links liegen.  Auf unserer zügigen Fahrt durchqueren wir kleinere Orte. Am flachen Flußufer der Sana kurz hinter der Stadt Kliuc legen wir einen Zwischenstopp ein, trinken etwas und erfrischen uns im eiskalten Wasser des Flusses. Wenige Kilometer später weist ein Schild auf die Republick Srbska hin. Von nun an dominiert die kyrillische Schrift und die die Fahne vor den Häusern zeigen die Farben Serbiens.

Wir holen am Bankautomaten Bargeld und Tanken für 1,83 Mark pro Liter Diesel voll. Nach nur 40km haben wir den serbisch geprägten Landstrich Bosniens durchquert und erblicken tief unten im Tal im Fluss ein kleines Badeparadies. Wir finden die Zufahrt, stellen jedoch fest, dass wir nicht die einzigen sind, die sich abkühlen wollen und so finden wir erst gar keinen Parkplatz. So fahren wir weiter und die Straße windet sich hinauf auf einen Pass in 1200 Metern Höhe. Auf der Fahrt waren es oft um die 35°C und so wirkt der hier oben recht straff wehende Wind mit seinen „nur“ 30°C förmlich erfrischend. Wir erkunden ein wenig die Landschaft, machen ein paar Fotos und schon sitzen wir wieder im Auto und winden uns in unzähligen Serpentinen hinab in die Herzegovina zur Stadt Prozor Rama. Die Hitze st wieder unerträglich und die Klimaanlage des Autos läuft auf Hochtouren.
Die Landschaft der Herzegovina ist schroffer, steiler, alpiner. Steil ragen die Berge empor. Die Täler sind tief von Flüssen eingeschnitten.
Am Stausee von Jablanicko verlassen wir wieder die Straße und finden in einem kleinen Dorf einen versteckten Badeplatz.
Ausgelassen toben wir im warmen Wasser, und kommen mit den Einheimischen ins Gespräch. Die herrliche Landschaft lädt dazu ein, eine Runde mit dem Kopter zu fliegen. Nach dieser Erfrischung fahren wir nun durch das Tal der Neretva die letzten 70km nach Mostar, welches wir pünktlich um 18 Uhr erreichen.
Wir beziehen unsere hübschen Zimmer im Hotel Kriva Cuprija, machen uns frisch und sitzen um 20 Uhr freudig zum Abendessen. Anlässlich des Ende des Ramadans gab es Lamm und Kalb auf einem Gemüsebeet 🙂 Lecker 😉
Natürlich machen wir uns danach auch gleich auf, um die Altstadt Mostars zu erkunden. Gegen Mitternacht fallen letztendlich Felix die Augen zu, während wir noch einen bosniakischen Kaffee schlürfen. Die Kinder wissen, wie es ins Bett geht, und wir tauchen ab in das Nachtleben Mostars…
Um es kurz zu machen, wir lernten einige schräge Typen kennen, und fallen gegen halb zwei schlussendlich ins Bett 😀

20.07.2015 Mostar
Gegen 5 Uhr werde ich munter. Ich will den Morgen nutzen und ein paar Foto- und Filmaufnahmen über der Altstadt von Mostar mit dem Kopter machen. Idealer weise kann ich direkt von unserer Unterkunft aus den Kopter in die Luft entlassen. Die Stadt ist so gut wie Menschenleer. Schön, diese pittoreske Stadt mal aus der Vogelperspektive zu erleben. Viele Bilder und Filmaufnahmen später sitze ich am Rechner und überspiele die Daten von der MicroSD Karte des Kopter auf den Rechner.
Dann wird so nach und nach der Rest der Familie munter und wir gehen zum Frühstück. Ein tolles Buffet, mit vielen süßen Leckereien schlagen wir uns den Bauch voll.
Der Hotelbesitzer will noch eine Aufnahme vom Hotel und so will ich vor dem Hotel noch einmal den Kopter starten. Da lese ich auf dem Display, dass die SD Karte fehlt. Also nochmal aufs Zimmer. Keine SD Karte ist zu finden. Die war doch grad noch da. Ich suche alles ab, ob ich die Karte eventuell auf dem Weg verloren haben könnte. Nichts. Die Karte bleibt verschwunden. Ich habe zwar noch eine Ersatzkarte, aber die ist noch von der langsamen Sorte und Video ist damit nicht machbar. Nur ein paar Fotos mache ich damit. Im Internet finde ich zum Glück unter Media Markt Mostar eine Adresse. 2 km quer durch die Stadt. bei fast 40° Hitze trotten wir im Schatten der Bäume die Straßenzüge entlang und kommen so in Vierte, die einem als Tourist oft verborgen bleiben. Zerschossene Häuser zeugen noch vom Krieg. Wir finden die Adresse, aber von einem Media Markt ist nichts zu sehen. Was nun? Eine Ecke weiter finden wir ein Einkaufszentrum und zum Glück gibt es da einen kleinen Computerladen, der mir eine schnelle SD Karte verkaufte.
Völlig verschwitzt kommen wir wieder im Hotel an. Bei dieser Hitze ist an eine weitere Unternehmung in der Stadt erst einmal nicht zu denken. Also ist eine ausgiebige Siesta angesagt. Sehnsüchtig erwarten wir den Abend und schlendern durch die aufgeheizte Stadt. Die Mauern und Straßen strahlen wie ein Backofen. Wir essen Eis und geniessen kühle Getränke. Nur nicht viel bewegen.
Versteckt über den Dächern der Stadt finden wir ein Terrassenlokal mit einer schönen Aussicht auf die Alte Brücke. Während ich die Zeit des Abendessens nutze, läuft natürlich die Kamera und macht Zeitrafferaufnahmen. Die Sonne geht über den Bergen unter und aus den unzähligen Lautsprechern der Minarette schalt der Ruf des Muezzin, untermalt vom Glockengeläut der katholischen Kirche nebenan. Eine bemerkenswerte Stadt.
Die Kinder ziehen sich ins Hotel zurück und wir geniessen den Abend in den verwinkelten Gassen. Beobachten die Vielzahl an Menschen unterschiedlichster Kulturen. Chinesen, Japaner, Italiener und Deutsche, viele Muslime, die Frauen tief verschleiert. Europäerinnen in high heels stakeln ungelenk über das Altstadtpflaster. Zigeunerkinder schwären aus, um zu betteln.
Irgendwann schaffen wir es dann auch ist Bett. Gute Nacht.

21.07.2017 Mostar

Im Grunde genommen verbringen wir den Tag mit Schlafen, Essen und relaxen am Ufer der Neredva unterhalb der Brücke. Das Eiskalte Wasser des Flusses tut gut.
Direkt am Brückenhaus lernen wir in einem winzigen Café eine ältere Frau kennen, die uns ihre Erlebnisse während und nach dem Krieg erzählt…
Den Abend verbringen wir bei leckerem Essen am Ufer der Neredva und lassen unseren letzten Tag ausklingen.

22.07.2015 durch die Herzegovina auf abenteuerlichen Pisten

Nach dem Frühstück packen wir das Auto und haben für heute reichlich 200km zu unserem Ziel in den Norden Montenegros vor uns. Wer mich kennt weiss, dass ich immer auf der Suche nach etwas alternativen Routen bin. Zeit haben wir, und so dauert es nicht lange und wir befinden ins im steilen Anstieg über viele Serpentinen ins Gebirge. Die Straße ist gut ausgebaut und wir geniessen auf dem Pass den Ausblick zurück in das Tal der Neredva und sehen noch einmal Mostar im Dunst. Auf der Karte eingezeichnete Orte enpuppen sich als winzige Weiler. Die Straße wird nun zur Schotterpiste. Mühsam quälen wir uns durch die karge Karstlandschaft durch die schwarzen Berge. Die Straße wandelt wieder ihr Gesicht und wird zur gut ausgebauten geteerten Trasse. Wir gehen davon aus, dass wir das schlimmste Stück Straße hinter uns haben. Doch schon nach wenigen Kilometern befinden wir uns wieder auf der Schotterpiste. Tief im Tal sehen wir schon einen kleinen See (Boračko jezero) an dem laut Karte eine Hauptstraße entlangführt.
Doch es sind noch 16km auf der Rüttelpiste und es dauert eine kleine Ewigkeit bis wir endlich die Auffahrt auf die Hauptstraße erreichen. Katja ist heilfroh 😉 Doch als Hauptstraße ist auch diese nicht zu bezeichnen. Eng und kurvenreich windet sich die Spur durch das tief ausgewaschene Tal der Neredva.
Wir legen einen kleinen Badestopp ein und geniessen das eiskalte Wasser des Flusses. Weiter geht es durch die bezaubernd schöne und wilde Landschaft der Herzegovina. Einsam und leer. Kaum Häuser sind zu sehen. Und plötzlich ist es wieder nur Schotter, der uns durchschüttelt. Irgendwo im Nirgendwo. Die Kurven nehmen kein Ende. Plötzlich in einer engen Schlucht eine abenteuerliche Brücke. Lose Balken liegen über verrosteten Trägern. einige Balken sind schon durchgefault. Ein Schild gibt die Brücke für 2o Tonnen frei. Also los. In Schrittgeschwindigkeit fahren wir über die Brücke, während die Balken und Träger lautstark klappern. Wir erreichen das andere Ufer und deutlich ist das Ausatmen der Mitreisenden zu vernehmen 😉
Wir erreichen das erste Dorf Kalinovik inder Republik Srbska. Überall sind die Parolen der Serben auf den Wänden zu lesen. Rot Blau Weiss wehen die Fahnen der Serben. In Kalinovik wollen wir etwas essen und halten auf dem Dorfplatz. In den Bars gibt es nur was zu trinken und wir werden in ins Hotel Moskau um die ecke verwiesen. ein Betonbunker scheinbar aus Titos Zeiten steht da, wie aus der Zeit gefallen. Wir bestellen was zu trinken und wünschen was zu essen. Aber scheinbar gibt es auch hier nichts zu beissen und so ziehen wir eben wieder weite. Weit kann es ja nicht mehr sein. Zum Glück ist die Straße wieder geteert und so erreichen wir Foča an der Drina. Südlich der Stadt überqueren wir den Fluß und fahren die letzten 20km in Richtung montengrinischer Grenze. Plötzlich geht es nicht mehr weiter. ein Bagger räumt die Straße vor uns von riesigen Felsbrocken frei, indem er mit der Baggerschaufel zwei, drei Tonnen schwere Brocken einfach über den Fahrbahnrand schiebt und laut polternd in die Schlucht verschwinden lässt. Tief unten sieht man noch große Bäume von den Boldern getroffen ihre Kronen schwenken.
Nach 10 Minuten geht es zum Glück schon weiter.
Der Bosnische Zoll kontrolliert gewissenhaft die Pässe und über die uns schon aus der letzten Reise von vor 5 Jahren bekannten Brücke geht es hinüber nach Montenegro. Am Ufer der Piva in einem kleinen Restaurant geniessen wir frisch gegrillte Forellen.
Wieder verschlägt der Pivia-Canyon (angeblich der tiefste Europas) einem den Atem. Waghalsig schlängelt sich die Straße an den fast senkrechten über 1200m hohen Felswänden entlang. Tunnel, Brücke, Tunel… aller weniger hundert Meter wechselt das Licht von gleisend hellem Sonnenschein in pechschwarze Dunkelheit. Es ist, als fährt man durch einen schweizer Käse.
Gegen 17 Uhr erreichen wir endlich unser Zeil Plucine.
Wir beziehen unseren Bungalow und wollen als erstes zum Stausee. Wir laufen ein paar hundert Meter durch die Ansiedlung, welche einen ganz eigenen Charme versprüht. Neu gebaut in den 70er Jahren und irgendwie nie richtig fertig geworden. Neu gebautes verfällt schon wieder. Etwas ernüchtert sind wir vom erhofften Badespass im See, denn der Wasserstand ist sehr niedrig und so besteht das Ufer aus mehr oder weniger tiefem Schlick. Wir versinken mit den Füßen und schaffen es dann doch ins warme Wasser.
Nun sitzen wir in der urigen Kneipe Zvono (www.zwono.me) und geniessen den Abend

23.07.2015
Heute gehen wir es geruhsam an und schlafen erst einmal richtig aus. Die kühlen Nachttemperaturen sind eine wahre Wohltat für uns. Wir lassen uns das leckere hausgemachte Frühstück schmecken. Gewitterstimmung liegt in der Luft. Wir beschliessen eine Ausfahrt hoch in die Berge und kurz darauf sitzen wir schon wieder im Auto und erklimmen über viele enge Serpentinen und unzählige Tunnel die steilen Hänge. Immer wieder eröffnen sich spektakuläre Ausblicke in die tiefen Schluchten und hinab auf den türkisfarbenen Piva Stausee.
Im Hochland angekommen, sieht die Landschaft wieder ganz anders aus. Die Kinder beschreiben es als Teletubby-Land. Weite karstige ebenen, grüne Hügel voller würzig duftender Kräuter, vereinzelte Weiler liegen in der kargen Landschaft. Ein Gewitter zieht über uns hinweg. Die Kinder sind froh, nicht wandern zu müssen ;)
Über enge Schotterpisten winden wir uns wieder hinab ins Tal. Wir fahren noch ans hintere Ende des Sees und in einem kleinen Camp gibt es als Mittagsschmaus Forellen frisch vom Grill. Felix versucht sich im Gebirgsbach im Angeln. Doch für Forellen hat er die falsche Ausrüstung.
Mit Falk fahre ich noch einmal zur Piva-Brücke um ein paar Aufnahmen mit dem Kopter zu machen. Dabei kommt uns die Idee, den Kopter einfach mal aufs Dach des Autos zu schnallen um damit weiche, ruhige Filmaufnahmen unserer Fahrt durch die Tunnels aufzunehmen. Es hat super funktioniert und Falk machte sich recht gut als Kameramann.
Zufrieden und vom Abendessen gesättigt gehen wir recht zeitig ins Bett.


24.07.2015

Gemütliches Ausschlafen ist angesagt. Nach einem leckeren Frühstück beschiessen wir eine Ausfaht mit dem Kanu zu machen. Fröhlich paddeln wir auf dem glasklaren Wasser des Sees entlang durch die herrliche Landschaft. Das Wetter ist traumhaft. Die Sonne scheint vom stahlbauen Himmel, aufgelockert von ein paar weissen Wölkchen. Wir kommen gut voran und erreichen nach ca. einer Stunde eine riesige Höhle. wir legen an und erkunden das gewaltige Ausmaß dieser Karsthöhle. Schwärme von Mauerseglern fliegen aufgeregt, laut kreischen umher. Das Ausmaß dieser Höhle ist schwer zu erfassen. Gleich eines riesigen Domes. Das Echo schallt von den Wänden. Der Hintere Bereich erstrahlt in einem matten blauen Licht, hervorgerufen durch das sich spiegelnde Licht des türkisfarbenen Wassers des Sees. Der Blick zurück zum Höhleneingang ist einfach unbeschreiblich. Das Licht, die Farben des Wassers und der bewaldeten Berge gleichen einer Märchenlandschaft.
Schade, dass wir hier kein Grillzeug mithaben, denn eine gemütliche Feuerstelle lädt zum Biwakieren ein.
Wir nutzen die Pause zu einem ausgiebigen Bad. Der Blick geht viele Meter tief ins kristallklare Wasser und viele kleine Fische tummeln sich in Ufernähe. am frühen Nachmittag erreichen wir geschafft, aber voller Eindrücke wieder unsere Unterkunft und geniessen das Essen, währen ein kräftiges Gewitter mit Blitz und Donner seine Kraft über unserer Unterkunft entlädt.

25.07.2015

Gegen 8 Uhr stehen wir auf und packen unsere sieben Sachen in das Auto. Wir sind schon ein eingespieltes Team und jeder weiß, was er zu tun hat. Gemütlich frühstücken wir ausgiebig und genießen die Hausmannskost. 
Gegen 10 Uhr machen wir uns auf den Weg quer durch Montenegro. Wieder geht es durch den „Schweizer Käse“…Tunnel…Ausblick…Tunnel…Wald…Tunnel…Ausblick…Tunnel…Kehre…Aussicht…
Irgendwann haben wir das karstige Hochland erreicht und winden uns durch die karge Landschaft ins Durmitor-Gebirge. Ein paar Schaffe, Kühe und Pferde streifen durch die Landschaft. Wir erreichen Žabljak, den Wintersportort in 1456m Höhe. Danach geht es wieder in Serpentinen hinab in die Schlucht der Tara. Eine große Betonbrücke spannt sich in kühnen Bögen über die tiefe Schlucht der Tara. Wir machen eine kleine Rast und ich fliege eine Runde mit dem Kopter.
 Nun geht es immer dem Fluss entlang. Uns verfolgt die ganze Zeit, seit der Tara-Brücke ein kräftiges Gewitter. Es gießt wie aus Kübeln. Über Berane erreichen wir nach 215km Fahrt letztendlich unser Hotel am See Plav.
Wir sind erstaunt über den gut gefüllten Parkplatz und schon beim näher kommen an das Hotel tönt uns lautstark Balkanmusik entgegen.Im Hotel wird gerade eine zünftige Hochzeit gefeiert.
An der Rezeption ist man mit unserer Ankunft etwas überfordert und erst nachdem ich meine Email-Korrospondenz mit der Chefin auf dem Laptop vorzeige und diese persönlich erscheint, bekommen wir unser Apartment mit Blick auf den See.
Wir geniessen noch bis 8 Uhr die lautstarke Hochzeit mit Livemusik und nach dem Abendessen freuen wir uns auf den morgigen Geburtstag von Felix. Gute Nacht!

26.07.2015

Die angenehm kühle Nacht beschert uns einen tiefen Schlaf. Gegen 6 Uhr werde ich vom geschnatter der Wasservögel geweckt. Ich schaue aus dem Fenster. Dichter grauer Nebel liegt über dem See. Der lange Holzsteg läuft hinaus ins Nirgendwo.
Ich überlege, wie hoch der Nebel reichen könnte, und ob ich mit dem Kopter aufsteigen und über die Nebeldecke fliegen kann.
Ich raffe mich auf und wenige Minuten später hebt der Kopter schnurrend ab und verschwindet schon nach wenigen Metern im Nebel. Ich schaue auf die Anzeige und verfolge den Aufstieg. 180 Meter…190…200…210… da, blauer Himmel und leuchtende Berge erscheinen plötzlich wie von Geisterhand auf meinem Kontrollmonitor. Der Ausblick ist umwerfend. Das ganze Tal liegt im dicken Nebel eingerahmt von den hohen, durch die aufgehende Sonne ins goldene Licht getauchten, Berge.
Ich mache wieder Fotos und Vidoaufnahmen und gut gelaunt gehe ich zurück ins Zimmer.

DJI_0022-Bearbeitet Panorama

Heute hat Felix Geburtstag und da fällt das Wecken der Familie recht leicht, zumal wir ja für das Geburtstagskind ein paar Geschenke mitgebracht haben. Zum Frühstück hatten Falk und ich am Vorabend eine Kleinigkeit an der Rezeption für Felix bestellt (Stück Kuchen mit Kerze oder so)
Aber leider ist nichts vorbereitet. Ich frage nach und als ich letztlich zum Chef vordringe, weiss dieser doch Bescheid und schnell haben wir eine große Buttercremetorte mit einer Kerze für das Geburtstagskind auf dem Tisch stehen. Wir müssen unweigerlich lachen, denn diese Situation erinnert uns sehr an die fette Buttercremetorte vor zwei Jahren mitten im Busch Namibias 😀
Mit Mühe, schafft jeder ein Stück Torte in sich hinein zu schaufeln.
Wir haben den ganzen Tag zur freien Verfügung und beschliessen zu den nur wenige Kilometer entfernten Ali Pascha Quellen am Fuß der albanischen Alpen zu fahren. Durch die ländlich geprägte Gegend fahren wir an schmucken Häuschen vorbei und sehen schon von weiten das neu sanierte Restaurant „Krojet“ direkt an den Quellen.

Die Quellen sind wunderschön. Direkt am Fuß eines großen Kalksteinmassivs quellen die Wassermassen urplötzlich aus dem Nichts hervor und bilden schon nach wenigen Metern einen breiten glasklaren Fluss.
Die Wirtin erscheint und da ich gelesen hatte, dass sie in Deutschland gearbeitet hatte, spreche ich Sie auch gleich auf Deutsch an (Pressebericht). Letztendlich verbringen wir fast den ganzen Tag an den Quellen, erfahren viel eindrucksvolles vom Leben der hier im letzten Zipfel Montenegros lebenden Albaner. Wir werden auch Zeuge, wie eine Familie mit Kindern nach vielen Jahren das erste mal wieder auf Besuch aus Amerika eintrifft.
Wir unternehmen noch einen Abstecher zu einen imposanten Wasserfall und fahren mit dem Auto so weit wie es geht in das tief eingeschnittene Tal südlich von Vusanje. Hier sind wir nun, inmitten der mächtigen Gipfel der Albanischen Alpen. Die Grüne Grenze nach Albanien ist nur noch wenige Schritte entfernt. Eine Landschaft wie im Traum. Alles duftet nach frischen Kräutern. Weisse Federwolken ziehen am blauen Himmel. Auf dem Rückweg kehren wir noch einmal im Restaurant ein, denn Hale Gjonbalaj hat uns noch ein landestypisches Essen versprochen. Ein Gewitter zieht auf.
Wir sollten nicht enttäuscht werden! Ein kräftiger Rindseintopf, viel frisches Gemüse, Brot, Rahm, Schafskäse, Polenta… alles aus eigenem Anbau. Mehr Bio und Frisch geht nicht. Vollgestopft und zufrieden kehren wir in unser Hotel zurück, gehen noch baden und schnorcheln und beim Wein und den Farben der untergehenden Sonne macht es sich extrem breit, das Urlaubsfeeling 😀

27.07.2015 in Land der Shqipetaren

Und weiter geht es zu nächsten Etappe unserer . Routiniert packen wir das Auto und fahren die wenigen Kilometer an die Grenze nach Albanien. Die kleine Teerstraße zum Grenzübergang ist gut zu fahren und schon stehen wir am montenegrinischen Zollhäuschen. Am Schlagbaum halten wir und gehen mit unseren Pässen zur Tür. In aller Ruhe werden unsere Daten überprüft und nach wenigen Minuten öffnet sich für uns der Schlagbaum. Hundert Meter weite die gleiche Prozedur beim albanischen Zoll. Im winzigen Container mit Schreibtisch, einem uralten Computer und einem Bett sitzen zwei Grenzer und blättern interessiert in unseren Pässen. Dann wird ein großes Journal aufgeschlagen und in Unterstufenschönschreibschrift malt der eine Grenzbeamte unsere Namen und Adresse in die winzigen Zeilen. Für heute sind wir die ersten, welche die Grenze passieren und gestern waren es wohl auch nur zwei Leute. Während der Beamte nun also seine Schreibübungen absolviert, stempelt der andere unsere Pässe ganz gewissenhaft und trocknet auch noch die Tinte mit einem Kreppapier ordentlich ab. Ein rumpeln und ein dritter Grenzer schiebt sich durch eine winzige Tür. er sieht noch ganz verschlafen aus. Nach einer gefühlten viertel Stunde ist der Schreibkram erledigt und freundlich werden wir in Albanien willkommen geheissen.

Die Schotterstraße ist im Gegensatz von vor 5 Jahren deutlich breiter und die Trasse für eine Teerdecke vorbereitet. doch zwei Kurven weiter ist wieder alles wie früher. die schmale grobe Schotterstraße windet sich eng durch die felsige Landschaft. Fußballgroße Steinbrocken müssen umfahren, abenteuerliche Brückenkonstruktionen überwunden werden. Während ich in meinem element bin, schläft Katja fast das Gesicht ein, als wir über tiefen Abgründen unseren Weg im Schritttempo voran holpern. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt sage und schreibe 12km/h 😀
Im kleinen Weiler Lëpushë halten wir an einem kleinen Café und ich erkunde mit dem Kopter die Landschaft. Wir lassen uns eine frische Melone schmecken staunen, dass selbst hier, am A… der Welt Internet anliegt.
Weiter geht es sprichwörtlich über Stock und Stein durch das Gebirge. Dann sehen wir auf halber Strecke die ersten Baumaschinen. Bis Selcë sind die Ausbauarbeiten der neuen Trasse vorangeschritten. Mit großen Steinbrechern und Bulldozern dringen die Bauleute in den Fels und bereiten eine breite zweispurige Straße vor. Spitzer Schotter, gut verdichtet bildet nun die Fahrbahn. Die Mädels atmen erleichtert auf, dass es nun bequemer vorangeht. Und dann, ab Tamarë empfängt uns eine tipptopp ausgebaute Teerstraße, wie sie in Deutschland nicht besser  gebaut sein könnte.
Nun geht es zügig voran und nachdem wir den letzten Pass überwunden haben, sehen wir in der dunstigen Ferne schon unser heutiges Etappenziel, den riesigen Skutarisee. Es sit erstaunlich, wie viel neue Häuser in den Dörfern unserer Route neu gebaut worden sind. Alles erscheint sauberer, ordentlicher als zu unserer ersten Reise 2010.
Wir erreichen am frühen Nachmittag die Stadt Shkodër bildet ein eindrucksvolles Kontrastprogramm zu der Einsamkeit der Berge. Das Leben scheint förmlich zu explodieren. Straßen voller Autos, Mofas, Menschen, Fahrrädern. Gern auch mal in Gegenrichtung auf der Fahrbahn unterwegs. Kleine Läden reihen sich aneinander, die Auslagen bis auf die Straßen.
Katja strahlt. Hier ist es schön 😀
Wie fährt man bei solchem Verkehrschaos? Ganz einfach: Mittschwimmen.
Die Augen gleichzeitig in allen Richtungen, und auch noch mit Blick auf das Navi. Und alles läuft wie von selbst. Es macht sogar richtig Spass! 😀
Wir halten an einem kleinen Laden und kaufen noch für Emmi eine Schnorchelausrüstung, holen Geld am AMT und schon haben wir die Großstadt fast durchquert. Vor uns erhebt sich auf einem Berg die große Rozafa Festung. Direkt vor den Füßen der Festung liegt unser Hotel. 

Wir werden freundlich erwartet und beziehen die geräumigen Zimmer. Wir wollen schnell ans Wasser und kurz darauf sitzen wir schon wieder im Auto und fahren die 10 Minuten an das Ufer des Sees. Wir finden das kleine Restaurant, welches wir auf der letzten Reise entdeckt hatten wieder und kurz darauf planschen wir gut gelaunt im klaren Wasser, während Katja die Getränke bestellt. 😀 emmi freut sich riesig, als wir endlich die eine schon lange ersehnte Landschildkröte finden.
Wir verbringen den restlichen Nachmittag am Strand, essen gut und als wir unser Hotel wieder erreichen staunen wir nicht schlecht, wie die ganze Stadt auf den Beinen zu sein scheint. Mit Mühe finden wir noch einen Tisch und bis spät in die Nacht geniessen wir die Strassenszene und fallen müde und weinseelig ins große Bett.
Gute Nacht 🙂

28.07.2015

pünktlich mit dem Hahnenschrei bin ich munter und 6 Uhr fliege ich ein paar Runden über der Stadt. Besuche die Festung und die Roma-Siedlung neben dem Hotel mit dem Kopter. Schon um diese Zeit sitzen Leute in den Bars und geniessen ihren Morgenkaffee.
Nach dem reichhaltigen Frühstück und der herzlichen Verabschiedung durch die Hotelbesitzer machen wir uns auf den Weg in Richtung Durres. Die Hauptstraße führt durch unzählige Ortschaften. Das ganze Land scheint nur aus Siedlungen zu bestehen. Der Verkehr ist recht stark und Stoßstange reiht sich an Stoßstange. Ebenso im Gegenverkehr, was aber manchen Autofahrer nicht davon abhält, dennoch zum Überholen anzusetzen. Irgendwie funktioniert es, und so manches mal halten wir wegen der Überholmanöver die Luft an.
Gegen 12 Uhr erreichen wir schon Durres und machen uns auf die Suche unseres Hotels. Irgendwie gestaltet das Unterfangen schwieriger als gedacht und nach vielen Fragen und gestikulierenden Hinweisen der Einheimischen finden wir letztendlich unser Resort.
Voller Freude stürmen wir ins warme Merr, bauen Kleckerburgen und geniessen das Strandleben. Ein großer Kontrast zu den letzten Tagen in den Bergen.
Morgen geht es zu unserem letzten Ziel in den Süden des Landes. Bis dahin gute Nacht.

29.07.2015 letzte Etappe in den Süden Albaniens

wir müssen recht zeitig aufstehen, da wir 250km Strecke vor uns haben und Falk sich auch noch die Besichtigung der Ausgrabungsstädte Apollonia westlich der Stardt Fier gewünscht hat.
So sitzen wir schon um halb Acht am Morgen im Auto und schwimmen mit dem dichten Verkehr auf der Straße. Auto an Auto, dazwischen LKWs, die sich mühsam die Anstiege der Straße hinauf quälen. Trotz ununterbrochenem Gegenverkehr setzen PS starke Autos zum Überholen an. Je mehr PS, je dicker der Stern, um so gewagter sind die Überholmanöver. Gern auch mal direkt vor einer engen Kurve. Das Luftanhalten in solchen Situationen haben wir uns abgewöhnt, denn sonst würden wir gar nicht mehr zum Atmen kommen 😉
Die Landschaft ist komplett besiedelt. Wir erkennen nicht, wann ein Ort beginnt und ein anderer aufhört. Überall wird neu gebaut, werden Häuser, Industriebauten und Tankstellen aus den Boden gestampft. Plötzlich befinden wir uns auf einem neuen Stück Autobahn. Am Straßenrand stehen immer wieder Menschengruppen, die auf die überall in Albanien fahrenden Kleinbusse (Fugon) warten.Dichte des Tankstellennetzes ist völlig übertrieben. Scheinbar ist es ein beliebtes Mittel, die Investition in eine Tankstelle als „Geldwäsche“ zu nutzen. Sprichwörtlich aller paar hundert Meter stehen diese Tankstellentempel, oft mit einem palastartigen Bau als Hotel und Restaurant ergänzt. Ab und zu kommt uns auch auf der Autobahn ein Eselskarren entgegen.
Kurz vor der Stadt Fier frühstücken wir erst einmal in einem hübschen Restaurant mit einem schönen Garten. Wir werden freundlich bewirtet und gesättigt queren wir die pulsierende Stadt auf dem Weg nach Apollonia.  Die Strassen voller Autos, LKW, Eselskarren, Fahrräder… panta rhei…
Die winzigen Läden am Straßenrand quellen förmlich über. Die Auslagen stapeln sich bis fast an die Fahrbahn. Wir halten an einem kleinen Markt und und freuen uns der verschiedensten Eindrücke. Enten, Hühner, Gänse liegen zusammengebunden oder dicht in Drahtkäfige gequetscht auf der Straße und scheinen wegen der Hitze kurz vor dem Kollaps zu stehen.

Wir fahren weiter, die 10km raus aus der Stadt und finden auf einer kleinen Anhöhe inmitten des flachen Landes die Ausgrabungsstätte.
Auf einem ca. 100 Meter über der Flachen Landschaft liegendem Hügel erstreckt sich die weitläufige archäologische Stätte. Wie sind in den frühen Vormittagsstunden die einzigen Gäste. Nach Zahlung eines kleinen Obolus durchstreifen wir die ehemals bedeutende illyrische Handelsstadt. Wir besichtigen das Odeon, das Buleuterion, die Grundmauern des Marktes, und viele alte Steine. Weiter geht die Besichtigung zur großen Klosteranlage, in der sich auch das Museum befindet. Ausgrabungsgegenstände aus von 600 v.Chr.-400 n.Chr. zeugen von der tausendjährigen Besiedlung.
Im Café der Anlage kommen wir mit einem Albaner ins Gespräch, der viele Jahre in Deutschland gearbeitet hat. Wir erfahren viel Interessantes über das Land und die Leute.

Nun geht es noch auf die Schlussetappe von 180km länge. Wir beschliessen entlang der Küste zu fahren, denn der südliche Teil der Küste Albaniens ist einfach spektakulär.
Über die quirlige Küstenstadt Vlore mit seinen unzähligen Hotelneubauten fahren entlang der kilometerlangen Hafenpromenade, welche gerade komplett neu aufgebaut wird. Mengen von Ständen mit ihrem quietschbunten Angebot an Badezubehör säumen die Straße.
Nach der Stadt geht es in engen Serpentinen hinauf in die Berge auf den Llogara-Pass. Die Landschaft als spektakulär zu beschreiben ist noch untertrieben. Vom Pass fällt der Blick weit hinab zu Küste mit seinen malerischen Badebuchten die sich gleich hellen Mondsicheln in die Landschaft einbetten. Im blassen Blau der Ferne ist schon die griechische Insel Korfu zu erahnen.
Durch die vielen Kurven zieht sich die Strecke scheinbar unendlich hin. Immer wieder geht es weg von der Küste in die Täler des Hinterlandes, um dann wieder in die kleinen Orte an der Küste einzuschwenken.
Eine riesige Rauchsäule kündigt schon von weitem einen Brand an, welcher sich als Abfackeln einer Müllkippe herausstellt. Dicker, schwarzer Rauch aus dem Flammenmeer der brennenden Kunststoffflaschen wabert müsam in den stahlblauen Himmel.


Endlich erreichen wir Sarandre, die Hafenstadt im Süden des Landes. Wieder geht es durch enge, quirlige Straßen. Die Baustellen, welche wir vor 5 Jahren sahen, haben sich in viele neue Hotels gewandelt. die Stadt wirkt nicht mehr ganz so chaotisch.
Endlich, wenige Kilometer weiter erreichen wir auf der neu gebauten Straße unser Urlaubsziel Ksamil. Auch hier wirkt alles etwas aufgeräumter als vor 5 Jahren. Wir parken vor unserem gebuchten Hotel „Castle“ , welches sich direkt an der kleinen Badebucht befindet. Ihr verlebten wir 2010 schon einmal eine angenehme Woche Badefreuden.

Als ich meinen, über eine Reiseagentur gebuchten Voucher für das Hotel vorlege, schaue ich erst einmal in ratlose Gesichter. Man weiss hier nichts von einer Buchung auf unseren Namen. Die Aufregung ist groß und es werden viele Telefonate geführt. Immer wieder kommen Angestellte vorbei, schauen auf den Voucher und machen beschwichtigende Gesten. Die englisch sprechende Tochter der Hotelinhaber versucht uns zu erklären, dass durch einen Computercrash in der letzten Zeit angeblich die Daten verloren gegangen seinen. Das Hotel ist ausgebucht, aber man sucht nach einer Lösung für uns. Wir harren der Dinge, die da kommen und nach ca. einer halben Stunde offeriert man uns 300 Meter entfernt zwei Zimmer in der Urlaubsvilla der Schwester.
Die Zimmer sind ansprechend und wir sind froh, eine Unterkunft gefunden zu haben.
Die Dienstleistungen des Hotels stehen uns natürlich komplett zur Verfügung und man ist auch sehr darauf bedacht, dass wir unbedingt am hoteleigenen Strand zum Baden kommen sollen. Nicht, dass wir noch unser gutes Geld bei der Konkurrenz am anderen Strand lassen.
Frisch geduscht beziehen wir unsere Liegen am feinsandigen Strand und geniessen das warme, türkisblaue Wasser.
Der Hotelchef versucht immer wieder, sich bei uns für die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen. Ich mache ihm begreiflich, dass ja nun alles in Ordnung ist.
Die Kinder sind aus dem Wasser gar nicht mehr heraus zu bekommen. Sie sind richtige Schnorchelexperten geworden. Falk tauch auch schon mal ein paar Meter tief auf den Grund und Felix verschwindet auch schon ab und zu mal in die Tiefe. Emmi immer hinterher.
Am Abend geht es mit dem Tretboot zu den vorgelagerten Insel. Mir ist, als wäre es noch 2010, nur, dass die Jungs jetzt größer sind 🙂
Das Abendessen (Seafood aller Art) schmeckt vorzüglich und auch der Wein passt prima zur romantischen Stimmung beim Blick auf die untergehende Sonne.

 

30.07.2015

Heute passiert nicht viel. einfach ein Tag am Wasser mit baden, schnorcheln und viel und gut essen 🙂

 

31.07.2015

siehe 30.07.2015 😉 Ich will wieder in die Berge und was unternehmen 😉 😀

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wird noch fortgesetzt….

 

3 Thoughts on “Durch die Schluchten des Balkan 2015

  1. Hallo, gaaanz herzlichen Dank für diesesn tollen Reisebericht, ich beherberge MBauarbeiter aus Serbien und Bosnien-Herzegowina in meiner Pension und nun weiss ich auch welch tolle Landschaft es dort gibt, sie wollen mich ja immer mal mitnehmen, aber ich komme hier schlecht weg. Sie bauen unser Pirnaer Finanzamt auf ! Ihre Fotos sind ja traumhaft und die Reisebeschreibung ist so als ob man mit dabei war !! Ganz super !!! Viele grüße von Conny Palberg aus Wehlen

    • skyimages on Dezember 20, 2015 at 9:37 pm said:

      da kann ich nur sagen, wenn die Gäste eine Einladung aussprechen, dann unbedingt annehmen! Egal ob Serbe, Kroate oder Albaner… 😀

  2. Christoph on Februar 29, 2016 at 11:07 am said:

    Durch dein neues Video bin ich mal wieder hier her verschlagen worden und habe mich einfach mal in diesem schönen Reisebericht verfangen. Vielen Dank für die tollen Erlebnisberichte und die vielen, wunderschönen Bilder von eurer Reise. Einziges Problem: Ich habe gerade kaum noch Motivation zu arbeiten. 🙂

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