Auf Geminidenjagd

Gemeniden_6D_20mm_1h_14122013
Die letzten Tage müssen einfach fantastisch gewesen sein. Die Bilder, welche die Überwachungskameras des Milleschauer und des Hohen Schneebergs lieferten zeigten eine geschlossene Wolkendecke über dem Böhmischen Becken und darüber einen strahlend blauen Himmel.
Mein Plan für das Wochenende war schnell klar. Ich wollte auf den Hohen Schneeberg und über der Wolkendecke in den frühen Morgenstunden den Geminidenschauer fotografieren.
Am gestrigen Abend packte ich meine Fototasche, lud alle Akkus auf und legte mir warme Sachen zurecht. Den Wecker stellte ich auf 3.00 Uhr.

Als der Wecker dann zu Nachtschlafender Zeit klingelte, sprang ich schnell aus dem warmen Bett und schaute aus dem Fenster. Sternklarer Himmel und der Mond stand schon tief am westlichen Horizont.
Raus aus den Schlafanzug und rein in die warmen Daunenklamotten. Der lieben Frau noch ein Küsschen gegeben und ab ging es in Richtung Grenze nach Peterswald/ Petrovice. Dann kam er, der dicke Nebel. Die Sicht war gleich null. Eiskristalle wirbelten durch die Luft und die stark bereiften Bäume neigten sich stellenweise tief zur Erde. In Tyssa/ Tisa ging fast gar nichts mehr. Mit Mühe konnte ich den Mittelstreifen auf der Fahrbahn erkennen und für im Schneckentempo in Richtung Hoher Schneeberg. Es wurde nicht besser. Am Berg angekommen ging es den Zufahrtsweg steil bergauf. Immer wieder blickte ich nach oben, ob sich die Sterne zeigen. Die Hoffnung stirbt ja bekanntermaßen zuletzt. Auf dem Berg angekommen kurz an der Dredner Aussicht geschaut. Der Nebel zeigte Lücken und ab zund zu blinkte ein Sternlein auf. Schnell zur Ostkante zum Turm. Alles ist wieder dicht. Der Wind trieb dicken Nebel genau auf den Berg. Die Sicht war gleich null. 🙁
Was nun?
Zum Milleschauer fahren und eine Stunde Fußmarsch auf den Berg in kauf nehmen, ohne zu wissen, ob es oben klar ist? Nein. Mein neues Ziel sollte das 25km entferne Mückentürmchen sein. Durch den dicken Nebel ging es den Erzgebirgsabbruch steil hinab in Richtung Königswald und weiter nach Graupen. Wieder zum Kamm des Erzgebirges hinauf nach Obergraupen. Nebel, nichts als Nebel. Auf knapp 800 Höhenmetern am Mückentürmchen wurde der Nebel wieder etwas lockerer und ab und zu blinkte der helle Jupiter aus der grauen Suppe. Nein, wieder ein Fehlschlag! Also wieder Heimwärts. Entlang der Kammstraße ging es über Adolfsgrün und Schönwald wieder in Richtung Peterswald. Eine kurze Lücke im Dunst ließ noch erkennen, wie der große Mond feuerrot im Westen unterging. In Peterswald war die Luft wieder klar. Sollte ich doch noch einen Versuch starten und einen Blick zum Nollendorfer Pass riskieren? Ok, doch schon bald kam die Ernüchterung. Ab Jungferndorf versank alles wieder in der dichten Suppe.
OK. Schluß jetzt. Zurück nach Sachsen und nach über zwei Stunden Rumgefahre stellte ich das Auto keine 3km von zu Hause am Parkplatz mit der Aussicht nach Gottleuba ab und erfreute mich eines glasklaren Himmels. Schnell meine Kameras ausgepackt und los gimg die Aufnahmeorgie. Während die Kameras vor sich hinbelichteten genoß ich den Sternenhimmel und die Ruhe.
Der helle Jupiter zeigte deutlich zum Zentum des Meteoritenschauers. Im Minutentakt waren sehr schöne, helle Meteore zu sehen. Der Hellste war allerdings ein sporadischer Komet, der quer mit einer hellen Leuchtspur langsam über den Himmel glitt.
Im Morgengrauen besuchte mich auch noch die Bundespolizei und mit Beginn des Sonnenaufgangs beendete ich meine 5 Stündige Meteoritenjagt.
Pünktlich zum Familienfrühstück traf ich mit frischen Semmeln zu Hause ein.

Anbei ein schnell zusammenmontiertes Bild, welches die Meteoritenausbeute von ca. einer Stunde abbildet.

Gemeniden_6D_20mm_1h_14122013

Canon EOS 50D + 10mm/f/4 167 x 20sec

Canon EOS 50D + 10mm/f/4
167 x 20sec

Canon EOS 6D 20mm/2 560x7sec

Canon EOS 6D 20mm/2
560x7sec

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