Schneeberger Nächte sind lang…

Schneeberg_Turm_6D_20mm_100x10s_ISO1250_30122013Schon lange haben wir geplant, die Silvesternacht auf dem Hohen Schneeberg/ Děčínský Sněžník zu verbringen. Dieser wunderschöne Tafelberg ist die höchste Erhebung im Elbsandsteingebirge und bietet einen fantastischen Rundumblick weit in sächsisches und böhmisches Gebiet. Bei guter Sicht, ist das Riesengebirge in 130km Entfernung zu sehen. Der Wetterbericht zum Jahreswechsel versprach recht gute Bedingungen und so starteten wir am Vortag zu Silvester vollgepackt mit Fotoausrüstung in Richtung unseres Hausberges.
Diesmal hatten wir die Genehmigung mit dem Auto direkt auf den Berg bis zum Hotel pod rozhlednou“  zu fahren. Das sonnige Wetter lockte unzählige Wanderer auf den Berg und so war auch die Zufahrt voll mit Leuten. Verwunderte, teilweise böse Blicke begleiteten uns, dass wir es wagen, mit den Auto auf den Berg zu fahren. Komisch, dass es fast nur deutsche Stimmen waren, die meinten, uns belehren zu müssen 😉
Schnell bezogen wir unsere Zimmer, und es dauerte nicht all zu lang, bis die erste Kamera auf dem Hoteldach installiert war und fleissig Bilder für einen Zeitrafferfilm aufnahm. (Link zum letzjährigen Zeitrafferfilm)

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Die Sonne strahlte von einem stahlblauen Himmel und der Frost hat die Landschaft auf dem Berg mit einer weißen Reifdecke überzogen.
Ich konnte es kaum warten, dass es dunkel wird.
Wir bestiegen den alten Vermessungsturm, um von dort oben den Sonnenuntergang zu bewundern. Ein stürmischer, eiskalter Wind pfiff um unsere Nasen. Das Licht des späten Nachmittags war einfach unbeschreiblich. Wir genossen das Farbenspiel der Natur und waren doch recht froh, als wir ordentlich durchgefroren, den Turm wieder hinabsteigen konnten. Mit dem Wirt des Imbisses am Turm klärte ich noch schnell die Schlüsselgewalt für den Turm über die kommende Nacht 😀

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Nebenan im Hotel wurden wir am Abend beim vorzüglichem Abendessen durch Livemusik unterhalten und wir genossen gemeinsam mit unseren Freunden die ausgelassene Stimmung.
Erst für den kommenden Silvestertag hatte sich Sven Zickler mit Frau (www.free-inspiration.com) und auch Holger Mörbe (www.niceshoot.de) angekündigt. Somit war ich fotografisch nur mit unserem Bekannten Holm  mehr oder weniger allein unterwegs.
Ein sehr großes Problem war mit vortschreitender Nacht, dass immer wieder die Objektive zugefroren sind. Somit musste ich einige Sequenzen abbrechen und auch ein säubern der Objektive nütze nur für wenige Minuten.
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Gegen 02.00 Uhr fiel ich zufrieden ins Bett, konnte es dann aber doch nicht lassen, gegen 04.00 Uhr noch am offenen Fenster die Kamera wieder aufzubauen und eine Sequenz der Nacht aufzunehmen. In den Tälern hatte sich schon schöner Nebel gebildet.
Ich schlief dann doch noch einmal ein und als ich gegen 05.30 Uhr erwachte, beeilte ich mich, schnell auf den Vermessungsturm zu steigen, da der letzte Morgen des Tages sich doch schon als kaum wahrnehmbare Aufhellung im Südosten ankündigte. Vollgepackt und schwer atmend erreichte ich völlig erschöpft die Plattform des Turmes und fragte mich, warum ich solche Strapazen überhaupt auf mich nehme 😉
Mein Ziel war  der Versuch eines kompletten 360° Panoramas von der Turmspitze des Hohen Schneeberg aus. Das Problem ist aber, dass in der Mitte der Aussichtplattform noch einmal ein ca. 1,80m hoher Sockel mit einem Blitzableiter steht. Dieser zentrale und erhöhte Punkt wäre genau richtig um die Kamera dort zu platzieren. Ich legte die Kamera mit Stativ auf die vereiste Plattform und erklomm mit Mühe die Turmspitze.
Es ist schon ein eigenartiges Gefühl. Da pfeift der eiskalte Wind und ich stehe am Blitzableiter geklammert durchgefroren in luftiger Höhe und versuche, mit klammen Fingern die Kamera vernünftig einzustellen.
Mist, trotz voll ausgezogenen Stativ komme ich mit der Kamera nicht über den Blitzableiter hinaus. Er überragt diese noch um 10cm und ist somit auf meinem Panorama mit drauf. Mehr oder weniger akrobatisch schoß ich die Bilder für das Kugelpanorama und war doch ganz froh, als ich wieder auf den Boden der Aussichtsplattform anlangte.

Nachthimmelauf dem Hohen Schneeberg in czech-republic

Ich genoß die wunderbare Stimmung. In den Tälern, teilweise unter der Nebeldecke leuchteten die Lichter von Tetschen und der Umliegenden Dörfer. Im Norden erstrahlte die Lichtglocke von Dresden und des Elbtales. Im Blaugrau der schwindenden Nacht schälten sich die Umrisser der Berge des Elbsandsteingebirges heraus. In der Ferne nach Osten heben sich die Gipfel der Lausitzer Berge als dunkle Silhouette gegen die heller werdende Dämmerung ab. Durch das Blinklicht des Turmhotels verrät sich auch der Jeschken. Für eine gute Fernsicht mit Blick zum Riesengebirge ist die Luft dann doch zu dunstig. Ich kann mich nicht satt sehen und die Fotoapparate stehen unter Volllast.

Der Nebel wird immer kompakter und immer wieder erreichen Nebelfetzen auch die Höhen des Schneeberges. Fast hätte ich das Aufgehen der schmalen Mondsichel im Südosten über der Nebeldecke verpasst. Ganz Schmal ist die Sichel und kurz darauf fangen die Wolken am Südosthorizont an, im Licht der gleich aufgehenden Sonne zu glänzen. Meine Frau Katja hat es nun auch auf den Turm geschafft und zusammen geniessen wir das Naturschauspiel. Wie flüssiges Gold fliesst der Nebel im Glanz der aufgehenden Sonne durch die Landschaft. Der Nebel wallt im Sturm und alles ist in Bewegung. Die Sicht ändert sich von Minute zu Minute. Als die Nebelfetzen sich um den Turm legen bemerken wir im Nordosten des Schaf umrissenen Schatten des Turmes im Nebel und deutlich waren auch unsere Schatten umgeben von einer Glorie (Brockengespenst) zu sehen.

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Der Nebel stieg immer höher und die umliegende Landschaft verschwand fast gänzlich in den Schwaden. Nur mit Mühe konnte ich mich zum Abstieg von meiner Frau überreden lassen. Aber das Frühstück ruft.
Ich freute mich schon darauf, dieses schöne Erlebnis mit Sven und Holger am in der Silvesternacht wiederholen zu können. Wie es weitergeht folgt später…

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