skyimages.de Photography by Stephan Messner

Namibia 7.0


-oder auf Zebrapfaden durch den Busch…

nun endlich ist es wieder so weit. Es geht wieder los zu den einsamen mit Gebirgen, der Weite der Wüste und der endlosen Küste am kalten Südatlantik. Wir fahren getreu nach dem Motto:“ …und wenn du mich fragst, was hält euch hier fest, dann kann ich nur sagen, wir lieben Südwest…“

Spirit of the Namib – a journey in a beautiful desert – Part I from Stephan Messner on Vimeo.

Inhaltsverzeichnis:

Tag 1: ab in den Süden
Tag 2: Ankunft
Tag 3: kleine Wandertour
Tag 4: Wanderung durch das Revier des Dijab
Tag 5: zum Spreetshoogte Pass
Tag 6: ins Naukluftgebirge
Tag 7: der Waterkloof Trail
Tag 8: in den Dünen des Sossusvlei
Tag 9: Frühstück in den Dünen und Fahrt ins Tsondab Valley
Tag 10: Nichtstun in der Hitze
Tag 11: an die nebeligen Atlantikküste
Tag 12: Küstenleben
Tag 13: Aufstieg zur Düne 7
Tag 14: Sandwich Habour Tour
Tag 15: Zurück durch die Namib
Tag 16: der letzte Tag auf Hakos
Tag 17: zurück nach Windhoek

09.März 2016
ab in den Süden

wir erreichen mit dem Lufthansaflug aus Dresden am Nachmittag den Flughafen in Frankfurt/M. Wir kommen im Terminal 1 an, nehmen unser Gepäck in Empfang und begeben uns in das Labyrinth der Flughafenuniversums auf der Suche nach dem Weg ins Terminal 2, von wo aus unser Abendflug mit der Air Namibia starten soll. Die Wege, Rolltreppen und Gänge nehmen kein Ende. Wir landen dann im Shuttle, welcher uns letztendlich zum Terminal 2 fährt. Wir freuen uns, als sehen, dass die Schalter der Air Namibia schon besetzt sind und wir gemütlich einchecken können. Doch die Freude währt nur kurz, da die Wiegeprozedere gnadenlos ans Licht bringt, das jeder unserer Koffer ca. 1,5kg Übergepäck enthält. Mit freundlichen Zureden beissen wir auf Granit und müssen letztendlich versuchen, dass Übergepäck irgendwie in das sowieso schon zu volle Handgepäck zu verstauen. So nehme ich meine Kamera mit dem schwersten Objektiv aus dem Rucksack, den Laptop in die Hand und kann mein Glück kaum fassen, als die Waage das geforderte Maximalgewicht von 10kg für das Handgepäck anzeigt. Katjas Rucksack enthält nur ihre Wäsche (im Koffer war dafür kein Platz mehr 😉 ), so dass bei ihr auch noch Luft für ein Teil aus dem Koffer ist. Und so landet noch ein kleines Köfferchen mit Kabel, Akkus und Ladeteilen auch noch in ihrem Rucksack, bis dieser ebenfalls 10kg Gewicht aufweist.
Und wie ein Wunder haben unsere Koffer nur noch ein halbes Kilo Übergewicht, welches nun jetzt mit Kulanz behandelt wird.
Mit den Bordkarten in der Hand, brauchen wir nun erst einmal eine Verschnaufpause. Wir machen es uns in einem Restaurant im Flughafen gemütlich und bestellen einen Bembel Appelwoi, essen eine Kleinigkeit und bestellen noch einen.. 😉
Dann treffen auch noch Bekannte aus dem Internet ein und mit etwas Quatschen vergeht die Wartezeit recht schnell. Pünktlich um 19.45 geht es ins Flugzeug. Das erste mal für uns in dem neuen Airbus der Air Namibia. Nach einer halben Stunde Rundfahrt über die Rollfelder des endlosen Flughafenareals heben wir voller Vorfreude ab.
die über 10 Stunden Nachtflug vergehen wider Erwarten buchstäblich wie im Fluge. Einmal Afrika der Länge nach durch…

10. März 2016
Ankunft

Namibia begrüsst uns mit einem spektakulären Sonnenaufgang während des Landeanfluges.
Das bürokratische Immigrationsverfahren überstehen wir wider erwarten innerhalb weniger Minuten, erhalten ruck zuck unsere Koffer und werden sogleich von unserem Fahrer begrüsst, welcher uns nach Windhoek chauffiert.
Wie nehmen unseren Toyota Hilux mit Dachzelt und Campingausrüstung in Empfang und fahren kurz nach 9 Uhr ins Marua Mall zum Grosseinkauf für 14 Tage Überleben im Busch. Mit zwei Einkaufswagen begeben wir uns auf die Suche nach unseren Vorräten. Vollgepackt bis zum Dach ist unser Auto, als wir den riesigen Einkaufstempel wieder verlassen.
Jetzt wollen wir nur noch den Kopter (Drohne) unseres Freundes Christoph am vereinbarten Ort an einer Tankstelle abholen. Wir staunen nicht schlecht, als ein Angestellter der Tankstelle uns zwei riesige Pelicase (massive Kunststoffkisten) vor die Füsse stellt. Um Gottes willen…, wo sollen wir das noch unterbringen?
Also machen wir uns daran, ein wenig Tetris mit unserem Gepäck zu spielen. Letztendlich schaffen wir den benötigten Platz und kurven voll beladen durch das verkehrsreiche Windhoek.
Ich spüre regelrecht wie der Stress von mir abfällt, als wir kurz nach der Stadtgrenze den Checkpoint der Polizei erreichen und nach einem kleinen Smalltalk mit einem freundlichen Lächeln willkommen geheissen werden. Ab jetzt ist es vorbei mit geteerter Strasse. Die Gravelroad in Richtung Gamsbergpass ist gut in Schuss. Es sieht so aus, als sei sie erst vor kurzem frisch geschoben wurden. Wir erfreuen uns an dem frischen Grün der Gräser und Büsche. Alles sieht wir frisch gewaschen aus. Der lang ersehnte Regen hat seine Spuren hinterlassen.
Je weiter wir allerdings nach Westen fahren, um so trockener wird es. So stehen zwar die Büsche und Bäume an der Grenze zur Grossen Randstufe (ein steiler, zerklüfteter Abfall vom Hochland in die Namib) in frischen Grün, doch die Weide ist bedeutend karger.
Nach knapp zwei Stunden biegen wir voller Freude von der Pad auf die Farmstraße nach Hakos ab und erreichen am zeitigen Nachmittag unseren ersten Campingplatz.
So richten wir uns häusslich ein und freuen uns auf die hereinbrechende Nacht.
Wir erleben einen unwirklichen Sonnenuntergang. Im kräftigstem Orange leuchtet die Sonne durch die Dunstschleier der weit entfernten Namib und geht schliesslich in einem Feurerwerk an Farben über den schroffen Bergspitzen unter. Wenig oberhalb leuchtet die schmale Mondsichel des erst einen Tag alten Mondes im purpurviolet des Abendhimmels, um dann eine knappe Stunde ebenfalls den Horizont zu erreichen. Erst taucht die helle Sichel unter den Horizont und übrig bleibt für kurze Zeit nur noch die fahl leuchtende dunkle Mondseite. Das letzte Licht ist verschwunden, die Sterne strahlen in voller Pracht. Orion im Nordwesten auf dem Kopf stehend. Deutlich sieht man den hellen Bereich, welchen der allgemein bekannte Orionnebel bildet. Selbst NGC 1977 bekannt als Running Man Nebel ist zu erkennen. Die von zu Hause bekannten Sternbilder, wie Plejaden, Perseus und Fuhrmann stehen tief am Nordwesthimmel. Über uns die markanten Bereiche der Aussenbereiche der südlichen Milchstrasse. Vela, Carina, mit seinen deutlich visuell wahrnehmbaren Nebelkomplex um Eta-Carina, Zentaurus und das Kreuz des Südens. Oberhalb im Südosten leuchtet die Große Magellansche Wolke und unterhalb die kleine Magellansche Wolke. Beide Begleiter unserer Heimatgalaxie.
Die Kameras nehmen die Zeitraffersequenzen auf und wir verkriechen uns nach einem Gläschen Weisswein und einen 3/4 Pfund Rindersteak in unser Dachzelt.

11.03.2016
kleine Wandertour

In der Nacht bin ich noch öfters raus, um die Kameras nachzustellen. Am Dachzelt Dachzelt haben wir die Kopfseite aufgeklappt, so dass wir mit den Köpfen im freien liegen. Immer wieder mache ich die Augen auf, um den Sternenhimmel über unseren Köpfen zu geniessen. Die Sternbilder des Abend sind verschwunden, bzw. nähern sich dem Horizont. Nach Mitternacht endlich geht das Zentrum unserer Milchstraße um den Skorpion und Schützen auf. Deutlich sind die, auf den allseits bekannten Fotos sichtbaren Details mit bloßem Auge zu erkennen. Die Dunkelwolken (kosmischer Staub)heben sich klar vom diffus leuchtendem Sternenlicht ab. Wolken von Sternenhaufen sind zu sehen. Die Gegend um den Omega und Trifitnebel fallen deutlich auf. Die Uhr zeigt 2.00 am Morgen. An Schlaf ist nicht zu denken. Immer wieder muss ich nach oben blicken. Dann fallen die Augen zu…
Doch nicht lange. Gegen 6.00 Uhr bin ich wieder auf den Beinen und geniesse den beginnenden Sonnenaufgang. Wenig später erwacht auch Katja und wie geniessen unseren Kaffee umgeben vom Lärm der Zwergpapageien, die zu früher Morgenstunde immer einen Wettkampf zu veranstalten scheinen, wer am lautesten kreischen kann.
Wir haben noch etwas zu tun, um unsere Camping- und Fotoausrüstung praxisgerecht zu verstauen. Sämtliche Lebensmitten landen in meiner großen Alukiste, die ich vor Ort gelagert habe.
Dann machen wir uns auf, um in einem kleinen Rundgang auszutesten, ob wir fit genug, und dem trockenem Klima gewachsen sind. Wir wandern durch die Buschsavanne vorbei an bizarren Steinformationen und gelangen schliesslich steil bergab auf Zebrapfaden in ein Rivier (trockenes Flussbett). Mit bellenden Warnrufen geben die Paviane lautstark unser Kommen bekannt. Obwohl das Flussbett staubtrocken ist, entdecken wir Löcher, ausgegraben von den Zebras, in dessen tiefen sich feuchter Sand gesammelt hat. Auch ist in dem Tal die Vegetation merklich üppiger. Wir bahnen unseren weg durch regelrecht kleine Wälder aus gelb blühenden Kameldornbäumen. Das Gestrüpp will uns immer wieder zurückhalten. Nicht umsonst heissen die hartnäckigsten Vertreter der Dornengestrüppe „Warteinbisschen Strauch“. Mühsam müssen wir uns aus den Widerhaken befreien. Um so praktischer ist es, auf den ausgetretenen Zebrapfaden zu bleiben. Die monochromen Pferdchen sind nicht dumm. Die Pfade verlaufen durch den Busch, fast so als ob sie von Menschenhand geplant seien.
Zum Glück haben wir unser GPS dabei und können unser auf der Karte anpeilen. Nur noch den steilen Hang hinauf. Die Richtung stimmt. Oben angekommen können wir auch in der Ferne unser Auto sehen. Nur liegen noch zwei Täler dazwischen. OK, da müssen wir jetzt in sengender Sonne die Zähne zusammenbeissen und bewältigen letztendlich auch diese Strecke. Ich bin sehr froh, wieder auf unserem camp ground angelangt zu sein und versuche den Puls wieder auf ein erträgliches Maß abfallen zu lassen. Katja meint nur, dass das alles halb so wild sein… OK, denke ich, da können wir ja morgen die große Tour in Angriff nehmen.
Entspannen uns im Abendlicht und geniessen das leckere Abendessen, welches Katja gezaubert hat. Heute haben wir vor, an das große Teleskop der IAS-Sternwarte zu gehen. Die Sternwarte ist nur wenige hundert Meter entfernt und nach dem Sonnenuntergang richten wir das Teleskop her. Montieren die Kameras, Initialisieren das Teleskop, richten es aus und machen die ersten Testbilder. Und genau zu dem Zeitpunkt, zu dem wir fertig für Langzeitbelichtungen sind, zieht von Norden Bewölkung auf. Im Nordwesten leuchtet ein Gewitter auf.
Also Kommando zurück, Teleskop in Parkposition, alles runter fahren und Das Dach der Hütte wieder zuschieben.
So schlecht das Wetter für Deepsky-Fotografie auch ist, für interessante Zeitraffer ist es regelrecht perfekt! Also zurück zu unserem Camp und die Kameras mit Weitwinkelobjektiven auf die Wolken gerichtet. Das Klick, Klack der in 15 Sekundentakt auslösenden Kameras trinkt durch die Nacht. Katja hat sich schon lang ins Dachzelt verkrochen und schläft den Schlaf der Gerechten. Ich sitze noch da und geniesse das Schlafbier… Morgen früh müssen wir um 5 Aufstehen…

12.03.2016
Wanderung durch das Revier des Dijab

Ich habe ziemlich gut geschlafen, Katja sowieso. An die Geräusche der Hunde der Farm, welche uns in der Nacht gegen 2 Uhr besuchen, haben wir uns gewöhnt. Ab und zu ein heisseres Geblöcke eines Zebras, das Bellen der Geckos, die Schatten der Fledermäuse, die lautlos nur knapp an unseren Köpfen vorbei flattern… die Nacht ist als ruhig zu bezeichnen. Über uns blinken nur ab und zu ein paar Sterne durch die pechschwarzen Wolken. Mein Schlaf ist kurz, traumlos und abrupt zu Ende als wie geplant 5 Uhr mitten in der Nacht der Wecker klingelt. Ein Schluck Wasser, anziehen und den Rucksack gepackt und schon sind wir pünktlich unterwegs zum Farmhaus. Wir werden für 5.30 dort erwartet und unterhalb des Gamsbergpasses zu unserem geplanten Startpunkt gefahren. Das GPS leistet gute Dienste und wir finden unser Ziel. Es ist noch stockdunkel. Über uns leuchtet das Zentrum der Milchstrasse am schon recht wolkenfreien Himmel. Nur ab und zu sind die Wolken als kleine schwarze Schatten vor den fein leuchtendem Nachthimmel zu erkennen.
Laut Karte kreuzt hier die Straße ein kleines Nebenrivier des Dijabflusses. Ich bin davon ausgegangen, dass dies eine Flache Durchfahrt durch das Rivier sei, aber da habe ich mich getäuscht. Wir stehen auf einer Betonbrücke und das Rivier hat sich tief in den Fels eingeschnitten. Der Kegel der Taschenlampe dringt nicht bis zum Grund des engen Tales vor.
So entscheiden wir uns wieder einmal, den von der Straße oberhalb der steilen Felswände entlanglaufenden altbekannten Zebrapfaden zu folgen. Die Tiere müssen ja wissen, wie es ins Tal hinab geht. Der Kegel der Taschenlampe eröffnet nur einen schmalen Blick in die Wildnis und verbirgt zum Glück den Blick hinab in den Abgrund 😉
Wir sollten recht behalten. Ein paar enge Kurven durch den Busch, bergab über große Felsbrocken erreichen wir das sandige Rivierbett. Der Himmel hat mittlerweile eine bleigraue Farbe angenommen und wir schalten unsere Taschenlampen aus. Schnell gewöhnt sich das Auge an das wenige Licht. Endlich bekommt man wieder einen Überblick über die Landschaft. Wände aus spitzzackigem, verworfenem, einem Blätterteig ähnelden Damaraschiefer umschliessen das enge Tal zu beiden Seiten. Das Flussbett besteht aus Geröll, oft so groß wie ein PKW und auch aus feinsandigen Stellen. Elegant führen die Zebrafade um die Hindernisse herum und zeigen uns auch so manche Abkürzung durch die engen Mäander. Der Himmel hat seine Farbe in Blauviolett geändert und schließlich zeigen die golden leuchtenden Spitzen der hohen Bergspitzen uns, dass die Sonne aufgegangen ist. Wie im Zeitraffer fließt die Farbe die Hänge hinab. Da wir sehr gut vorankommen, genehmigen wir uns unsere erste Rast. Biltong (Trockenfleisch) und Wasser, dazu noch etwas Dörrobst. Wir sitzen im Schatten und beobachten die in der golden leuchtenden, senkrecht abfallenden Felswand brütenden Rosenköpfchen. Man entdeckt sie erst durch ihren morgendlichen Lärm, doch dann sehen wir die zierlichen Kleinpapageien mit ihren leuchtend grünen Federkleid. In den kleinen Löchern der Felswand haben die Ihre Bruthöhlen gebaut.
Ohne GPS würden wir schnell die Orientierung verlieren, immer wieder münden Seitenreviere ein und es nicht so einfach zu erkennen, wo das Hauptrivier entlangläuft. Eng mäandert die Schlucht, so dass wir die Sonne, die mittlerweile schon recht hoch am Himmel steht, mal links, dann wieder rechts, hinter oder vor uns haben.
Wir kommen gut voran, immer darauf bedacht unterhalb schattiger Felswände zu laufen. Nach ca. 12km erreichen wir ziemlich geschafft das Wasserloch der Farm Hakos am Dijab. Wir machen eine längere Rast und versuchen uns so gut es geht zu erholen. Laut Karte geht es nur noch 2km bergan und das gekühlte Bier auf der Farm lockt.
So leicht, wie die Strecke auf der Karte ausschaut, ist sie dann leider doch nicht. Ich bin vor 15 Jahren zwar schon einmal hier entlang gewandert, aber so steil hatte ich den Hang nicht mehr in Erinnerung. Und dann sehen wir in weiter Ferne unser Ziel, das Farmhaus. Und wir sehen leider auch, dass es noch mehrfach wieder Bergab und zum Schluß noch einmal als krönender Abschluss ganz steil bergan geht. Schatten gibt’s hier keinen und so quälen wir uns in kleinen Schritt Meter um Meter vorwärts. Zum Glück haben wir genug Wasser mit. Mir hat abgestandenes, warmes Wasser noch nie so gut geschmeckt. Irgendwann, gegen 2 Uhr Nachmittags hat auch dieser Gewaltmarsch ein Ende. Völlig erschöpft, aber glücklich geniessen wir unser wohlverdientes Bier.
Den Rest des Tages verbringen wir gemütlich auf dem camp ground, Katja kocht Kaffee und ich bereite die Technik für die Nacht vor.
Von Norden zieht bedrohlich wirkende Gewitterfront auf. Somit bleibt die Sternwarte heute Nacht leider wieder verschlossen. Aber das Wettergeschehen bietet genug Motive für schöne Bilder.
Das Gewitter zieht vorbei und aus der Ferne sind Blitze zu erkennen. Im laufe der Nacht lassen sich ein paar Sterne zwischen den Wolkenlücken blicken. Dann fallen die Augen zu.
An die Geräusche der Nacht haben wir uns gewöhnt…

13.März 2016
zum Spreetshoogte Pass

Da das Wetter für die Astrofotografie zu unbeständig ist, beschliessen wir heute schon unsere kleine Rundreise fortzusetzen. Wir wollen nicht weit. Unser heutiges Ziel ist der spektakuläre Spreetshoogte Pass, der steil über 1000m vom Hochland in die weite Fläche der Vornamib abfällt. Die knapp 100km fährt Katja und am zeitigen Nachmittag erreichen wir den Pass und finden ein paar hundert Meter weiter die Einfahrt zum Spreetshoogte Camp. Inmitten der zerklüfteten Felsen befinden sich drei Hütten mit Terrasse, Dusche und WC. Niemand ist zu sehen. Keine Telefonnummer steht auf dem Schild. Wir suchen uns einen schönen Platz aus und richten uns ein. Die Sanitäreinrichtungen scheinen schon lange nicht mehr gewartet worden zu sein. Aus dem Wasserhahn blubbert übel riechende Brühe und das WC gleicht eine Tropfsteinhöhle. Selbst Biff-Spray würde dort kläglich scheitern. 😉
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Egal, wir haben genug eigenes Wasser und auch eine Campingdusche. Katja brutzelt was feines zum Abendbrot und ich kümmere mich wieder um die Technik. Wir bekommen so langsam Routine 🙂
Die Sonne neigt sich zum unendlich weit erscheinende Horizont. Verschwindet über den Berggipfeln und das Farbspektakel um Himmel geht wieder los. wir sitzen wie im Kino in super full HD stereo-dolby suround in unseren Campingstühlen und genehmigen uns ein Glas Wein, oder auch zwei…
Ein wenig in die Sterne schauen und irgendwann in der Nacht verschwinden wir im Dachzelt. Es ist die erste Nacht, in der ich mal richtig tief einschlafe.

 

14. März 2016
ins Naukluftgebirge

Den Wecker habe ich auf 6 Uhr gestellt, bin aber schon eher wach. Den Sonnenaufgang über der Namib von einem über 1000m erhöhten Aussichtspunkt zu beschreiben ist einfach unmöglich. Ich hoffe, es wenigstens in den Zeitraffersequenzen festhalten zu können.
Das Licht des jungen Morgen lädt natürlich zu einem Rundflug mit der Drohne ein. Alles funktioniert wunderbar und ich bekomme schöne Sequenzen auf die Festplatte.
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Nach einem kleinen Frühstück starten wir und Katja meistert wie ein Profi die steilen Kurven hinab in die Vornamib.
Unterwegs sichten wir einige Oryxantilopen und auch ein paar Bergzebras sind in der Ferne zu sehen.
Die Landschaft wird immer karger. Zu beiden Seiten der Pad türmen sich mächtige Granitberge mit zu riesigen Kugeln verwitterten Blockfeldern in den Himmel. Unterbrochen von weiten, staubtrockenen Ebenen. Landschaft pur.
Gegen 10 Uhr sitzen wir schon zum Lunch in dem Wüstentreffpunkt Solitaire. Tankstelle, Laden, ein Campingplatz und ein nettes Restaurant. Das ist alles…
Jetzt bestellen wir erst einmal lekker Essen 🙂

Bis bald…

und weiter gehts…

Ok, eine Roster (oder Bratwurst) 😉 mit Kartoffelbrei und Sauerkraut später fahren wir durch die weite Landschaft auf der C14 entlang einer wunderschönen Gebirgskulisse. Die mächtigen Felsmassive der Remhoogte- und der Naukluftberge rahmen die Straße beidseitig ein. Schon erreichen wir die Farm Büllsport und biegen auf die D854, schon wenige Kilometer später erreichen wir die Einfahrt in Naukluft Campside. Die Landschaft ist einfach grandios, weite Buschlandschaft und mächtige Bergmassive die zur Erkundung einladen. An der neu erbauten Rezeption des vom NWR (namibian wildlife resort)betriebenen Platzes werden wir freundlich begrüsst und erledigen die Anmeldeformalitäten. Auch werden wir ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es hier auf dem Platz große Probleme mit Pavianen gibt. Also alle Lebensmittel wegschließen. Wir scheinen auf dem riesigen Gelände die einzigen Gäste zu sein.

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Der Camp ground ist wunderschön in einem tief eingeschnittenen Tal gelegen. Durch das fliessende Wasser des Naukluft Baches grünt es im ganzen Tal. Hohe Bäume spenden Schatten, Frösche quaken, Libellen patrolieren entlang des Wasserlaufs und die Paviane beobachten unser Treiben aus sicherer Entfernung. Denken wir… den kaum hat Katja eine Tüte Gemüse und Kekse ausgeladen und auf den Campingtisch gelegt, war wie aus dem Nichts ein flinker Räuber da, griff blitzschnell die Tüten und verschwand über den Bach in den Fels. Kaum 20 Meter weg schien er regelrecht sich über uns lustig machen zu wollen. Gewissenhaft inspizierte der Kerl die geklauten Tüten, stopfte sich die Backen voll mit Keksen und kaum dass der Boss der Räuberbande den erfolgreichen Beutezug seines Kollegen bemerkte, musste auch er aufpassen, dass die Beute nicht ihm geklaut wurde.
OK, Lektion gelernt… dachten wir.
Wenig später trafen noch Campinggäste aus Deutschland ein und wir unterhalten uns über das woher und wohin, und natürlich kamen wir auch auf das Pavianproblem zu sprechen. Den Leuten haben sie am Tag zuvor sogar ein Kiste mit Lebensmitteln aufgemacht und alles, wirklich alles herausgeholt und inspiziert und weggeschleppt. Die Reste lagen überall verstreut.
Tische und Stühle sowie Dachzelt würden sie untersuchen, aber soweit in Ruhe lassen. Und man munkelt, dass die raffinierten Biester sogar in der Lage seien, den Reisverschluss am Dachzelt öffnen zu können. Ja, klar… wer’s glaubt…
Also folgen wir den Ratschlägen und als wir uns auf den Weg zur Rezeption machen, um uns den Luxus eines Dinners zu gönnen, haben wir im Dachzelt nur unsere Schlafsäcke, und natürlich die Eingänge und Fenster sorgfältig mit den Reissverschlüssen geschlossen und affensicher gemacht.
Das Dinner ist hervorragend, feines Kudusteak und der Wein schmeckt auch. Der Sonnenuntergang ist wieder einmal ein Augenschmaus und gegen 8 Uhr machen wir uns im Dunkel der Nacht zurück zum Auto.
Und siehe da, es ist kein Gerücht, dass die Affen in der Lage sind, Reissverschlüsse zu öffnen. Unsere Schlafsäcke liegen draussen verstreut und die Eingänge ins Dachzelt sind auf beiden Seiten geöffnet.
Die Biester sind sogar so clever, die mit einem Schnappverschluss gesicherte Tür für den Müll zu öffnen. Natürlich liegt der Inhalt unserer Mülltüte auch säuberlich auseinander genommen im Dreck.
Zu unserem grossen Glück, haben die Affen nicht auch noch ihre Marke in Form eines grossen Haufen hinterlassen.
Nach dieser Aufregung liegen wir müde im Zelt und schauen durch die schwarzen Baumkonen zu den Sternen. Die Geräusche der Nacht wiegen uns in den Schlaf, welcher nur ab und zu durch dass Surren der Mücken gestört wird.


Gute Nacht

15.März 2016
Waterkloof trail

Der Wecker reisst uns aus um 6 Uhr aus recht verworrenen Träumen. Das Hirn hat ob der Erlebnisse, scheinbar eine Menge zu verarbeiten. Zähneputzen, Katzenwäsche und einen Schluck Wasser. Die Rücksäcke sind gepackt und da wir unsere Lektion mit den Pavianen gelernt haben, räumen wir alles aus dem Dachzelt ins Auto.
Es dämmert, als wir zu unserer grossen Tour starten. Entlang des wasserführenden Naukluft Riviers folgen wir der markierten Wanderroute durch dichte Vegetation. Mitten in der Trockenheit bildet dieses Rivier ein richtiges Paradies. Im glasklaren Wasser der im Fels liegenden Pools entdecken wir Frösche, Kaulquappen und sogar Süsswasserkrabben sind reichlich vertreten. Wir wandern unter den gewaltigen Kronendach der Bäume, bahnen uns unseren Weg durch einen Dschungel aus Binsen um dann kurz darauf uns wieder im Gestrüpp der Dornenbüsche zu verheddern. „Warteinbisschen“ lässt grüßen…
Immer wieder laden die Wasserpools zum Verweilen ein. Doch wir haben viel Strecke vor uns, und so geht es wieder weiter. Doch nur wenige Meter weg vom Wasser passt das Namibiaklischee wieder, glühend heisse Geröllfelder, steile Felshänge. Klippschliefer springen umher. Die Rosenköpfchen kreischen und Glanzstare flattern umher. Der Pfad führt stetig bergauf. Zum Glück weisst uns das GPS immer wieder auf den richtigen Weg, denn oft ist es nicht ganz so einfach, die Markierungen der Wanderstrecke im Fels ausfindig zu machen. Wir lassen das Wasser hinter uns. Ein Pool in den man unbedingt hineinspringen möchte. Doch wir müssen voran… Die Sonne steigt und sendet immer strenger ihre alles verbrennenden Strahlen auf unsere Köpfe hinab. Dick haben wir unsere Gesichter eingecremt und unsere Nacken mit Tüchern verhängt. Als Krone tragen wir unsere verschwitzten Hüte. So langsam dämmert einem, warum die Wüstenvölker sich verhüllen.
Die rot leuchtenden Felswände haben immer wieder Höhlen und Löcher. Natürlich muss ich wissen, was da drin los ist. Meist erkennt man schon am Mist, ob Klippschliefer oder Sonstiges drin wohnen. Dann plötzlich zucke ich beim Blick in eine kleine Höhle zusammen. Meine Augen brauche zwar eine Weile, um sich, gewöhnt an die gleissende Helligkeit, an die Dunkelheit der Höhle anzupassen. Doch im Unterbewusstsein registriert mein Hirn das leuchtende Augenpaar sofort. Der Schreck sitz erst einmal. Schnell mache ich ein paar Schritte zur Seite, weg aus dem Blickfeld des Augenpaares. Katja nimmt auch gleich Abstand. Doch die Neugier, herauszufinden, welchem Tier dieses Augenpaar gehört ist groß. Mit den Teleobjektiv schleiche ich mich behutsam wieder an die Höhle, halte jedoch ca. 10 Meter Abstand und mit max. Brennweite Versuche ich Licht in die Dunkelheit zu bringen. Es gelingt. Eine Hyäne hat in der Höhle Schutz vor der Hitze gesucht. Aufmerksam mustern mich die Augen. Sie wirkt ganz ruhig. Merkwürdigerweise hat Katja keine Einwände, als wir nur 100m entfernt uns zur ersten Rast nieder lassen. Ein paar Möhren, etwas Biltong und viel Wasser bringen uns wieder zu Kräften.
Diese brauchen wir auch, den der Aufstieg wird immer beschwerlicher und die Sonne tut ihr übriges.
Das Tal wird immer enger und schliesslich erreichen wir ein weites Plateau. Währen nicht ab und zu noch ein paar blattlose Dornenbüsche, wir kämen uns vor, wie auf dem Mars. Weit reicht der Blick in die umliegende Landschaft. Steine, Fels, Berge, schroffe Gipfel, Hitze und gleissendes Licht. In der Ferne türmen sich Wolkentürme in den blauen Himmel.
Wir sind die einzigen Menschen in dieser Einöde. Wir sind Astronauten ohne Raumanzug 😉 Der Kopf wird durch das ewige Gestolpere über spitzzackigen Basalt und weiter durch scharfkantig verwitterten Kalkstein, wie Gummi. Zäh fliessen die Gedanken, wenn überhaupt noch vorhanden im Kopf. Die Füsse suchen sich ihren weg wie von selbst. Immer öfter kommen wir ins stolpern. Dann noch in voller Sonne ein steiler Anstieg auf eine 1910m hohen Berggipfel. Kein Schatten, nur noch glühende Steine und düres Gestrüpp. Dafür ist die Aussicht unbeschreiblich. Weit geht der Blick über die Ebenen des Hochplateaus des Naukluftgebirges nach Norden. Im Süden verliert sich die Weite in den spitzen Bergen der Tsarisberge. Doch die Hitze treibt uns voran. Ganz anders wirkt die Natur auf dieser Seite des Bergkammes. Tief verwitterter Kalkstein, von Rissen durchzogen, eine alpin wirkende Vegetation, kleine Blumen suchen Schutz in Felsspalten. Ein wenig erinnert die Geologie an die Hohe Tatra. Es geht steil bergab. Euphorbien, im Aussehen wie Säulenkakteen kommen immer öfter vor. Die Steilheit des Abstieges geht auf die Knie.


Plötzlich hinter uns ein Donnergrollen. Wo wir vor wenigen Minuten nur Schäfchenwolken gesehen haben türmt sich jetzt, wie aus dem Nichts kommend, eine große graue Gewitterwolke auf. Unsere Schritte werden schneller. Wir erreichen die Schlucht des Gororosib. Wieder erwartet uns ein grünes Tal mit glasklaren Pools die zum Verweilen einladen. Ich tauche mit Kopf und Oberkörper in das kühle Nass und geniesse, wie die angestaute Hitze dem Körper entweicht. Was für ein paradiesischer Ort. Doch das herannahende Donnergrollen mahnt uns zur Eile. Oft verliert sich der markierte Pfad und wir müssen das GPS zu Hilfe nehmen. Oft kommen wir im Gestrüpp nicht weiter, oder stehen vor einem steilen Felsabsturz, der bei Hochwasser einen tollen Wasserfall abgeben muss.
Endlich erreichen wir wieder das Haupttal des Naukluft Riviers. Gleich sind wir da. Aber die Gewitterwolken haben uns eingekreist. Es beginnt zu regnen. Erst ganz beschaulich, kaum dass die Regentropfen in der Hitze den Erdboden berühren und nachdem einige doch auf dem Boden angelangt sind, sofort wieder zu verdunsten. Schon sehen wir in 200 Meter Entfernung unseren camp ground. Doch der alte Wettergott will uns noch einmal zeigen, wer hier in dieser Boss in dieser Gegend ist. Sämtliche Schleusen des Himmels öffnen sich und Wassermassen stürzen auf uns hernieder. In Sekunden sind wir völlig durchweicht. Als würden Wassereimer über uns ausgeschüttet. Überall auf dem Boden fliesst plötzlich Wasser. Wir rennen, was das Zeug hält. Gleich sind wir da, an den Waschräumen des camp ground. Geschafft…
Wir schauen eine knappe halbe Stunde dem Toben des Unwetters zu und beobachten die Rinnsale, wie sie in wenigen Minuten den Boden des Zeltplatzes zerfurchen.
Es wird wieder heller, die Vögel zwitschern und die Sonne lässt sich wieder blicken. Alles dampft. Durch die Nässe wird uns kalt und die heisse Dusche tut sehr gut. Ein Wechselspiel der Empfindungen. Erst glühende Hitze, dann frösteln… Natur…
Den ausklingenden Tag geniessen wir auf der Terrasse des Restaurant und während wir zu Abend essen erstrahlt über der Weite des Tales ein wunderschöner Regenbogen.
„Out of africa feeling“ pur.

Gute Nacht…

16.März 2016
In den Dünen des Sossusvlei

Die Nacht ist schwül und stürmisch. Das Objektiv der Kamera, die ich zum Zeitraffer aufnehmen der Milchstraße draussen stehen habe ist von der Feuchtigkeit beschlagen. Wir packen unsere Sachen zusammen, frühstücken und machen uns auf in Richtung Sesriem, um die Dünen des Sossusvlei zu besuchen. Als wollen sie uns verabschieden, stehen am Straßenrand ca 30 Bergzebras und wir können unser Glück kaum fassen. Durch das gestrige Gewitter führen noch einige Riviere aus dem Naukluft Wasser. Katja wird mutig und meistert mit bravour die Flussdurchfahrten. Der Dreck spritz und das Auto sieht aus wie nach einem Schlammbad.
Links vor uns die wie Schichttorten aufgebauten Tsarisberge. Weit geht der Blick gerade aus in Richtung Namib. Die Wolken haben wir mit der Naukluft verlassen. Stahlblau leuchtet der Himmel und die Sonne brennt wieder in gewohnter Heftigkeit.
Wir haben für unsere heutigen knapp hundert Kilometer alle Zeit der Welt und fahren gemächlich durch die Landschaft. Immer wieder machen wir Fotostops um Kudus, Strauße und auch wieder Zebras abzulichten. Gegen 12 Uhr erreichen wir unser neues Ziel. Sesriem, der Eingang zu den berühmten roten Dünen des Sossusvlei.
Wir kaufen unser Permit für den Park und aufs geradewohl frage ich nach einem freien camp ground. Wider erwarten haben wir Glück und beziehen einen abgelegenen Platz am Rand der Anlage unter einem Schatten spendenden Kameldornbaum.
Wir sortieren unser Gerümpel, ich lade die Akkus und wir machen uns fertig, für die nachmittägliche Tour in die Dünen.

Im gleissenden Licht der nachmittäglichen Sonne machen wir uns auf zu den Dünen des Sossusvlei. Die  60km auf gut ausgebauter Teerpad geht es bei stürmischem Wind durch Wolken voller Sand. Auf der Straße spielt der starke Wind mit dem Sand gleich dem Schneetreiben in unseren Breiten. Man kann kaum 100m weit schauen.

Wir erreichen den ersten Parkplatz und nun geht es durch Tiefsand auf 5km in die Vleis des Tsauchabreviers. Heulend kreischt der Motor und das Auto sucht sich fast wie von selbst seine Spur durch den feinen Sand. Immer wieder verzweigen sich die Spuren, auf und ab, rechts links und kräftig schüttelt es uns durch. Wir sind die Einzigen weit und breit. Schließlich erreichen wir die weite Ebene des Sossusvlei. Cremig weiß leuchtet die Lehmpfanne. Große Kameldornbäume spenden vereinzelt Schatten, welchen auch einige Springböcke und Oryxantilopen gern aufzusuchen scheinen. Wir suchen uns einen schönen Platz, und ich wühle im Kühlschrank nach einem gut temperiertem Weisswein. Welch ein Genuss. Weit und breit kein Mensch, stahlblauer Himmel, angenehm kühler Schatten und neugierig dreinblickende Tiere. Wir geniessen den kühlen Trunk und lassen den lieben Gott einen frommen Mann sein. Die Sonne wandert langsam, aber beständig in Richtung Horizont. Die Zeit des Fotografierens kommt. Die Schatten der Dünen werden länger und härter. So will ich das! Mit dem Multikopter drehe ich einige Runden über das weitläufige Areal aus verschiedenen Lehmpfannen, den Vleis. Überquere das Deadvlei, mit seinen abgestorbenen Bäumen. Dessen Bilder das Synonym schlechthin für die Namib ist, weiter über das Hiddenvlei und wieder zurück ins Sossusvlei. Weit reicht der Blick über das endlose Dünenmeer der Namibwüste. In der Ferne leuchten zerklüftete Berge im abendlichem Licht.
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Wir fahren zurück durch den Tiefsand. Ich lästere noch, wie es Leute gibt, welche sich hier im Sand festfahren. Ist doch alles ganz easy, Gas geben und dem Auto die Zügel locker lassen. Noch 100 Meter und vor uns liegt die Teerpad. Und was mache ich? Ich verschalte mich, würge den Motor ab und das Auto sitzt fest. Bingo! Untersetzung rein und los. Das Auto gräbt sich nur noch tiefer in den puderweichen Sand. Motor aus, Spaten und Sandbleche suchen. Nur noch wenige Zentimeter und das Auto wäre voll im Sand aufgesessen. Zum Glück lässt sich der weiche Sand gut schaufeln. Wir legen die Sandbleche unter und siehe da, das Auto ist wieder frei. Ich gebe Gas und erreiche nach wenigen Metern die rettende Teerpad. Katja kommt schwerbeladen mit den Sandblechen hinterher gestapft.  Zum Glück hat niemand die Aktion beobachtet 😀 😉


Unterwegs, die Sonne neigt sich schon sehr dem Horizont, halten wir an der berühmten Düne 45. Da der Wind sehr stark blässt, sind die Fussspuren der morgendlichen Touristenströme, welche die Düne bezwingen wollen längst verweht.
Wir machen ein paar Fotos und suchen uns ein windgeschütztes Plätzchen im rostrotem Sand, um beim Rest unseres Weines den Sonnenuntergang zu geniessen. Ein Auto hält, und ein junger Mann, steigt aus. Wir grüßen und er schaut auf die Düne und sagt im wunderbarstem kaiserslauterner Dialekt: „Da will isch nauf!“ „Jetzt noch?“ fragen wir. „Ei klar. Isch bin der Marddin…“ und schon erklimmt der auf der Abbruchkante den Berg aus Sand. Schritt für Schritt. Die blanken Waden müssen vom Sand wie in einem Sandstrahlgebläse bearbeitet werden. Noch ein Auto hält und ein junges Paar aus Hessen gesellt sich zu uns. Wir quatschen und beobachten respektvoll, wie Martin unermüdlich weiter stapft.
In einem herrlichem Farbenspiel geht die Sonne unter. Der Sandsturm hatte zum Glück nachgelassen und die Sicht ist wieder klar.
Martin ist hinter der Düne verschwunden. Seine Flip Flops liegen verlassen bei uns im Sand. Wir beraten uns, ob wir warten sollen, bis er zurück ist. Da noch genügend Wein vorhanden ist, entscheiden wir uns für’s Warten. Derweil versuche ich die pastellenen Farben der Wüste zur blauen Stunde zu erfassen. Was für ein Unterschied zu dem vorherigen Schattenspiel. Einfach herrlich. Es ist fast dunkel, als Martin endlich seitlich der Düne zum Vorschein kommt. Wir sind sichtlich erleichtert, und er strahlt voller Stolz über die erfolgreiche Besteigung des Sandkolosses.
Die Rückfahrt zum Campingplatz im Dunkeln scheint kein Ende nehmen zu wollen. Angespannt schauen wir in die Schwärze der Nacht. Immer wieder kreuzen Oryxe und Springböcke die Straße. Endlich erreichen wir Sesriem und unseren Camp ground.
Wir beschliessen zusammen mit Martin in die wenige hundert Meter entfernte Sossusvlei Lodge zum Abendessen zu laufen.
Nach den Tagen im Veld ist die Lodge schon ein Kontrastprogramm. Wir bekommen im großzügigem Areal ein Tisch zugewiesen und machen uns sogleich auf, das riesige Buffet zu erkunden.  Ein ganzer Raum, nur mit Vorspeisen und Salaten,  ein großes Areal mit BBQ wo man sich sämtlich denkbare Wildspezialitäten brutzeln lassen kann, Tische voller Speisen, alles im Überfluss.
An die Anzahl der Gäste muss ich mich nach den Tagen im Busch erst mal gewöhnen. Ganze Busladungen mit Reisgruppen wurden hier abgeladen. Damen in feiner Abendgarderobe, ältliche Herren im Khaki, Familien, Studentengruppen, alles ist vertreten. Ein klein wenig erinnert mich die Szenerie an „Hummeldumm“
Egal, das Essen schmeckt vorzüglich, und nach Strauß, Oryx, Springbock und Zebrafleisch bin ich am Platzen. Katja freut sich über die vielen Salate und verschmäht auch das leckere Fleisch nicht.
Es ist erst gegen 21.00 Uhr, als die Mehrzahl der Gäste sich schon zurück gezogen hat. Auch uns wird unmissverständlich klar gemacht, dass jetzt Feierabend ist. Wir zahlen die verhältnismässig günstige Zeche und machen und im Schein der Taschenlampe zurück zu unserem Camp ground.
Gute Nacht…

17. März 2016
vom Frühstück in den Dünen und Fahrt ins Tsondab Valley

Wir schlafen tief und fest. Wider Erwarten ist es recht ruhig auf dem Campingplatz von Sesriem. Obwohl im Internet zu lesen ist, dass der Campingplatz ausgebucht sei, ist nur jede zweiter camp ground belegt.
Gegen 5 Uhr werde ich munter. Vor der Schranke zum Nationalpark, wir sind schon innerhalb des Parks, stehen schon die ersten Autos. Katja wird munter und im Dunkel der Nacht packen wir unsere Sachen zusammen. Wir haben es nicht eilig. Ich kenne eine ruhige Stelle gleich am Anfang des Tsauchab Tales, wo wir in Ruhe im roten Sand im Sonnenaufgang unseren Kaffee bereiten können. Als wir starten geht hinter uns die Schranke auf und das große morgendliche Rennen zum Sonnenaufgang in den Dünen ist gestartet. Die Schilder zeigen Tempo 60 als Höchstgeschwindigkeit an. Wir fahren ca. 90kmh und ein Auto nach dem anderen setzt zum überholen an. Sommerschlussverkauf in den Dünen, oder was? Das ist der Grund, warum ich das Sossusvlei oft nicht mit auf der Namibia Rundreise einplane. Ich mag diese Art Hektik nicht.
Das Morgenrot zeigt an, dass die Sonne gleich über dem Horizont erscheinen wird. Nach nur zwanzig Minuten biegen wir rechts auf eine kleine Fahrspur ab. Ein paar hundert Meter und wir sind im Sand der Dünen. Die Karavane aus Autos und Bussen zieht gleich Ameisen weiter…
Schnell sind die Stühle und Tisch aufgebaut und das Kaffeewasser sprudelt wenige Minuten später auf dem Kocher.
Der orangene Glutball schiebt sich majestätisch über die scharfen Felszacken des Naukluftgebirges und schüttet wieder seine Ladung flüssigen Goldes über die weite Landschaft. Die Dünen wetteifern im Leuchten und der Kaffee schmeckt. So muss es sein.
Kein Stress, keine Hektik, nicht mit hunderten Leuten die Dune 45 zum Sonnenaufgang hoch hetzen…
Nach einer gemütlichen Stunde machen wir uns wieder auf Pad. Unser heutiges Ziel ist das Tsondab Valley, mit den Duschen mit dem schönsten Ausblick in Namibia. Die Strecke ist nicht lang. Nur etwas über 100km geht es auf staubiger gravel Pad in Richtung Norden. Ab und zu ein paar Antilopen, Strauße und Paviane in der weiten Landschaft. Weite und pastellfarbene Berge, damit ist die Landschaft umschrieben. Schnell erreichen wir den wichtigsten Anlaufpunkt am Rand der Namib. Die Tankstelle Solitaire. Dessen Name alles Wichtige erzählt. Wir brauchen nur etwas Waschmittel und kühles Bier. Und schon geht es von der staubigen C14, mit für namibischen Verhältnissen viel Verkehr (aller halben Stunde ein Auto im Gegenverkehr) wieder runter auf die Farm Tsondab Vally. Durch das markante Tor auf sandiger Piste durch vertrocknete Landschaft. Die Grasbüschel sind weit herunter gefressen und als wie die Herde aus ca. 100 Oryxantilopen erblicken, fragen wir uns, von was die wohl hier leben. Als ich 2009 zur gleichen Jahreszeit hier war, stand die Weide gut einen Meter hoch im saftigen Grün. Was für ein Kontrast ist das jetzt. Nach 20km erreichen wir das Farmhaus und werden schon von Kristin freudig erwartet. Ein kühles Bier am Tresen und wir bauen unsere Campingreich auf dem altbekannten camp ground auf. Eine Dusche später, mit Blick in das weite Tal des Tsondab Revier mit seinen roten Dünen sitzen wir beim Essen und geniessen unseren nachmittäglichen Kaffee._MG_7171-Pano
Wir geniessen den Luxus, im Umkreis von einigen dutzend Kilometern die einzigen Touristen zu sein. Wir teilen unser Reich nur mit ein paar Perlhühnern, Eidechsen, Webervögeln und ein paar Wüstenkäfern. Ruhe, Weite und noch einmal Ruhe… mehr braucht man nicht zu sagen. Schnell nach dem Dunkelwerden liegen wir in unseren Schlafsäcken, die Köpfe gen Himmel und geniessen nach Monduntergang den Sternenhimmel. Nur das klicken der Kameras durchbricht die nächtliche Stille…


18. März 2016
Nichtstun in der Hitze

Eigentlich haben wir für heute eine Tour auf den Hausberg von Tsondab Valley geplant. Doch die stechende Sonne überzeugt uns, lieber einen Tag zu Faulenzen. So erkunden wir den farmeigenen Pool, der liebevoll in der Landschaft eingebettet liegt. Ein Schatten spendendes Dach mit Liegen überzeugt uns vollends, den Tag gaaaanz ruhig anzugehen. Maximal unterbrochen, um an der Hausbar einen Rock Shandy uns mixen zu lassen, tun wir ausser Schwimmen und Liegen nichts. Was eigentlich überhaupt nicht unsere Art ist. Aber wir erzählen es zum Glück nicht weiter…
Somit vergeht der Tag recht schnell, und am Abend baue ich die Kameras wieder für ein paar Astroaufnahmen auf.
und schon ist er um, der Tag, an dem einfach nix los war 😉

19.März 2016
an die nebelige Atlantikküste

Nach dem Frühstück im Licht der aufgehenden Sonne und unter der Beobachtung der neugierigen Perlhühner beschliessen wir, wegen der weiterhin vorherrschenden Hitze auch diesen Tag umzuplanen und auf die Wanderung in den Canyon mit seinen versteinerten Dünen zu verzichten. So melden wir uns bei unseren Freunden in Walvisbay und fragen nach, ob wir nicht schon einen Tag eher bei ihnen eintreffen können. Natürlich spricht dem nichts entgegen und so packen wir unsere sieben Sachen und machen uns in den frühen Vormittagstunden auf den Weg durch die weiten der Namib zur Küste. entlang der C14 geht es erst nach Norden, wir überqueren in engen und steilen Kurven den Gaub Pass. In den Tümpeln des Gaubreviers nahm ich 2009 schon ein erfrischendes Bad und beobachtete Fische und Frösche. Doch dieses Jahr ist alles erbarmungslos ausgetrocknet. Auf staubiger Pad geht es weiter und die unwirtliche Landschaft der Gramadullas beginnt. Die weite Ebene der Kiesnamib ist durch unzählige Nebenreviere des Kuiseb und nicht zu letzt durch das Hauptrevier selbst in unzählige Schluchten, Täler und Senken modelliert.
Irgendwo habe ich mal gelesen, dass „Grammadulla“ soviel heisst, wie „das Land, welches verrückt macht“. Ob das so stimmt, kann ich nicht sagen. Jedenfalls ist mir klar, dass man hier zu Fuß abseits der Pad hoffnungslos verloren wäre. Ein ständiges auf und ab der Landschaft und die unzählig mäandernden Reviere machen eine Orientierung ohne GPS schlicht unmöglich.
Aber zum Glück leben wir in modernen Zeiten, sehen auf dem Handy genau, wo wir uns befinden und ziehen unsere weite Staubfahne durch die verrückte Landschaft. Nachdem wir den Kuiseb Canyon durchquert haben, biegen wir von der Hauptpad ab zum Kuiseb view point. Die wenigen Kilometer Umweg lohnen sich auf alle Fälle. Auch wenn ich hier schon öfters stand, überwältigt einen der Blick in die weite Canyonlandschaft immer wieder auf das Neue. Weit am Horizont grüssen die Berge der großen Randstufe gekrönt vom markanten Gamsberg.
Kuiseb Canyon
Die Hitze ist groß und so halten wir uns nur kurz auf. Schon sind wir wieder auf der C14 um wenige Kilometer weiter nach Westen wieder von der direkten Route abzuweichen.
Wir haben ein Permit für die Route entlang des Kuiseb und den großen Sanddünen. Die weite Ebene der Kiesnamib ist endlos und durch die extreme Trockenheit dieses Jahr total trostlos. Schotter, Kies und grauer Sand bis zum Horizont. In der Ferne vor Hitze flirrende Berge. Bonjour Tristesse… Man muss es eben mögen…
Dann in der Ferne erscheint endlich das mächtige Granitmassiv des Inselberges Mirabib. Ursprünglich haben wir hier eine Übernachtung geplant, doch wir heben uns diese für eine neue Tour auf. Wir umrunden das gewaltige, stark verwitterte Granitgebilde und sind schon wieder unterwegs durch das grosse Nichts. Weit in der Ferne erkennen wir im staubigem Dunst den Kamm der rotgoldenen Namibdünen. Später hebt sich auch das Grün der Bäume im Kuisebrevier wohltuend von Horizont ab. Endlich mal etwas anderes als „Nichts“. Wir erreichen die Wüstenforschungsstation Gobabeb und von nun an geht es immer dem Kuiseb entlang nach Westen. Erste „Siedlungen“ der hier heimischen Topnaar tauchen in der staubigen Weite auf. Esel suchen im Schotter der Einöde nach Fressbaren, oder stehen apathisch in der Sonnenglut. Wie heiss mag es wohl in den winzigen Blechhütten der Topnaar sein? ein paar Kinder winken am Straßenrand. Die Dünen leuchten in der Sonne und das grüne Band der Flussoase weisst den Weg weiter in Richtung Westen.
IMG_3046-PanoStromleitungen tauchen auf, Pumpanalgen generieren aus dem Untergrund des Kuiseb das Trinkwasser für Walvisbay. Die Zivilisation hat uns so langsam wieder. Wie eine graue Wand hängt der Küstennebel vor uns. Es wird merklich kühler und in feinen Tropfen kondensiert der Nebel auf unserer Windschutzscheibe.
Verstaubt, verschwitzt und froh über die angenehm kühle Luft erreichen wir die Hafenstadt Walvisbay.
Die Wohnadresse unserer Freunde ist schnell gefunden und das Wiedersehen ist groß.
Einen Kaffee und eine Dusche später sind wir wie umgewandelt und so machen wir uns auf zusammen mit unseren Freunden zur großen Lagune mit seinen tausenden von Flamingos. Ich will unbedingt auch noch zum Strand, der weit ausserhalb im Süden liegt. Ich merke, dass ich nicht ganz fit bin. Als unser Bekannter sich am Strand auch noch in den Sand eingräbt und wir mit vereinten Kräften das Auto wieder freibekommen, bin ich ganz froh, dass wir wieder in die Stadt fahren. Am Hafen, in der Kneipe „Zum Anker“ haben unsere Freunde einen Tisch bestellt. Leckere Meeresfrüchte wollen probiert werden, doch mein Magen ist anderer Meinung. Mir ist kotzübel. Nur ein paar Happen würzigem Fleisch bekomme ich runter, während Katja und unsere Freunde sich das Essen schmecken lassen.
Langsam geht es mir wieder Besser. Relativ zeitig verschwinden wir in die großen, für uns nach den Tagen im Busch fast ungewohnten Betten. Wir schlafen wie Steine.

20. März 2016
Küstenleben

Nach einem Frühstück mit Spiegeleiern, Schinkenspeck und Kaffee fahren wir zum Einkaufen nach Swakopmund. Im Supermarkt „Food lovers“ ist das Angebot an Lebensmitteln einfach riesig. Wir kaufen, was wir für das lange Wochenende ein und gegen Mittag machen wir uns zu fünft auf zur Tour zum Pelikan Point.
Da Konrads Chevrolet für die materialverschleissende Fahrt durch weichen salzigen Sand und Meerwasser zu Schade ist, fahren wir alle mit unserem Toyota Hilux. Quer durch die Salzfelder südlich von Walvisbay gelangen wir zur langezogenen Sandnehrung, die die große Lagune von Walvisbay vom Meer abschirmt.
DJI_0021-PanoWir lassen die Luft von den Reifen auf ca. 1 bar ab und im 4×4 geht es im Vollgas durch den Sand. Erst durch trockenen, weichen Sand und dann über griffigen, durch Salzwasser feuchten Sand. Ich finde gefallen an dem Sandrennen… Katjas Gesicht drückt etwas anderes aus. 😉
Pelican Point
Fast 20km geht es durch den Sand. Vorbei an Flamingoschwärmen, Möven, Komoranen und Seelöwenkolonien. Freiheit pur! Die Sonne hat sich mittlerweile durch den Küstennebel gekämpft. So sitzen wir am Strand der Lagune beim Picknick und schauen den Seelöwen zu, welche nur wenige Meter entfernt im Sand liegen oder sich im Wasser tummeln. Natürlich muss ich in dem feinen Sand auch gleich noch eine Kleckerburg bauen 🙂
Langsam aber sicher macht sich die einsetzende Flut bemerkbar und so machen wir uns auf den Weg zurück, ehe das Wasser uns den Weg abschneidet.
Da es mir heute wieder gut geht, bestehe ich nun darauf, zum Strand zu fahren, um im eisigen Wasser des Südatlantik anzubaden.
in großen Brechern tobt der wilde Atlantik an die sandige Küste auf der Aussenseite des Haffs. Gischt liegt in der Luft, gemischt mit feinem Sand. Die Sonne brennt warm, doch die Luft ist kühl und durch den Wind sogar schon recht kalt. Doch ich muss ins Wasser. Vor mir ein Brecher und schon stehe ich bis zum Bauchnabel im stechend kalten Wasser. Wie Nadeln sticht die Kälte in die Beine. Was für ein Kontrast zur Hitze der Wüste. Maurice lasst es sich auch nicht nehmen und geht auch mit ins Wasser.  Weit kann man eh nicht in das Wasser, da der aus dem Süden kommende Benguelastrom so stark ist, dass er alles nach Norden mitzieht. Mit Schwimmen hat man hier keine Chance.
Nach dieser Erfrischung geht es nach Hause und Konrad der Braaimeister zeigt, wie ein richtiger Bure den Grill beherrscht. Satt und einige Biere bzw. Weine später übermannt uns schon recht zeitig die Müdigkeit und wir fallen erschöpft in die Federn.


21. März 2016
Aufstieg auf die Düne 7

Auf eine Düne aufzusteigen ist nicht so einfach, wie es vielleicht zu scheinen mag. Von drei Schritten vorwärts geht es zwei Schritte im rutschigen Sand wieder abwärts. Aber wir haben das vor und unserer Gastgeber mitsamt ihren Hunden schlussendlich auch zu dieser abenteuerlichen Großtat überredet. Also klingelt gegen 5 Uhr der Wecker, da wir den Sonnenaufgang oben auf der Düne begrüssen wollen. So fahren wir im Dunkeln mit den Hunden auf dem Schoss die knapp 12km ausserhalb der Stadt liegenden Düne 7. Im Schein der Taschenlampen kochen wir am Fuß der Düne Kaffee und frühstücken. Gegen 6 Uhr nehmen wir das Monster aus Sand in Angriff. Veronika und Konrad sind schon fahlen Licht der nebeligen Dämmerung kaum noch zu erkennen. Nur der Sand im steilem Böschungswinkel und ich… Schritt für Schritt… Uhi, ist das Anstrengend. Katja neben mir und Konrad mit Veronika und Maurice vorneweg. Sehe ich richtig? Sie krabbeln auf allen vieren nach oben? Erst schmunzle ich, doch dann zwingt dir Schwerkraft auch uns auf alle Viere. Und wirklich, es geht einfacher. Der Puls rast und der Sand nimmt kein Ende. Luft, … ich brauch mehr Luft. Maurice und Katja stürmen voran. Konrad und Veronika müssen eine Rast einlegen.  Dann endlich verkündet Katja, den Dünenkamm erreicht zu haben. Endlich das Ziel. Wider Erwarten reicht die Luft dann doch noch für mich und  ich sinke erschöpft in den Sand auf dem Kamm. Das Licht der Dämmerung, gedämpft vom Nebel hüllt die Landschaft in eine mystische Atmosphäre. Konrad und Veronika beissen die Zähne zusammen und erreichen under großem Beifall ebenfalls den Dünenkamm. Der erhoffte Sonnenaufgang fällt allerdings ins Wasser, um nicht zu sagen in den Nebel. Es wird einfach von Dunkelgrau zu hellgrau. ein wenig wie ein Herbsttag zu Hause in Deutschland.
Wir geniessen noch ein wenig die Zeit auf der Düne und das Gefühl es geschafft zu haben 🙂
Runter von der Düne geht es naturgemäß viel leichter. Was für ein Spass, im weichen Sand hunter zu rennen. Die Hunde im vollen Sprint mit dabei. Ein wirklich schönes Erlebnis.
Den Tag verbringen die Frauen zu Hause, während ich mit Konrad zum Fotografieren die Küste von Langstrand unsicher mache.
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Zum Nachmittag besuchen wir das auf Stelzen in die Lagune gebaute Restaurant „The Raft“. Die Bedienung ist noch die gleiche wie 2013 und ich hole nach, was ich wegen der Übelkeit zwei Tage zuvor verpasst habe und schwelge in frischen Austern und anderen Seafood.
Und als ob das noch nicht reicht, wird am Abend zu Hause wieder gebraait. 😀 Lammrippchen und Steaks, Fleisch satt…
Wir haben zu kämpfen, vor Müdigkeit nicht schon 20 Uhr ins Bett zu gehen…
Gute Nacht

22. März 2016
Sandwich Habour Tour

Nach dem Wecken gegen 7 Uhr und dem obligatorischem Spiegelei mit Schinkenspeck geht es gegen 8 Uhr zum Hafen, da heute die Tour zum Sandwich Habour ansteht.
Die Tour geht gegen 8 Uhr los. Mit uns fünf Leuten ist noch ein weiteres deutsches Ehepaar mit uns unterwegs. Der Fahrer scheint sympathisch und gut gelaunt machen wir uns im scheinbar nur von Rost und Werbebeschiftung zusammengehaltenen Landrover auf die Tour. Der erste Stopp ist schon in Walvisbay an der Lagune. Ähm…, naja, zum Flamingos gucken an der Lagune brauch ich keinen Guide…
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Ok, schnell geht es weiter zu den Salzfeldern südlich von Walvisbay. Auch bekannt, aber immer wieder schön anzusehen. Dann fahren wir in die weite Ebene des Kuiseb Deltas. Meterhohes Riedgras säumt den sandigen Weg. Soll das nicht eine Wüstentour werden? 😉
Nachdem das Kuisebdelta hinter uns liegt, erreichen wir die weite Küstenlandschaft, welche von den salzliebenden und extrem widerstandsfähigen Salsoa-Büschen gestaltet wird. Im wahrsten Sinne gestaltet, denn das weit verzweigte Geäst und die wirren Wurzelgeflechte fangen den angewehten Sand der Dünennamib und bilden so im Laufe der Jahre große Sandhügel, welche von den Pflanzen vor weiterer Verwehung geschützt werden. Endlos erstreckt sich diese Hügellandschaft. Wir erreichen die Sperrzaun zum Naturschutzgebiet des Namib-Naukluft Parks und da Ebbe herrscht, fährt unser Guide an den weiten Sandstrand.
Die Flächen mit den kleinen Hügeldünen endet und die großen Sanddünen der Namib dominieren das Bild. In steilen Abhängen reichen diese Sandgiganten direkt bis an den Strand. Große Wellen brechen sich und die Luft schmeckt salzig. Tausende Komorane, Raubmöwen, Strandläufer und andere Seevögel bevölkern den Strand und fliegen in großen Schwärmen auf, als wir bei ihnen in vollen Tempo vorbeifahren. Wasser spritzt auf, Sand weht, stürmische See und Nebel. Man wähnt sich nicht in Afrika, eher irgendwo im kalten Norden.
Schon werden die Spuren, welche die breiten, bauchigen Reifen, die mit nur 1 bar Luft gefüllt sind, von der Brandung verschlungen. Natur pur. Immer wieder sehen wir Schakale, auf der Suche nach kranken, oder verendeten Seevögeln.
Natürlich legen wir etliche Fotostopps ein. Halb im Sand begraben finden sich einige windschiefe Holzhütten von Fischern und Walfängern längst vergangener Zeiten.
Dann erreichen wir das Nordende der großen Lagune von Sandwich Bay.
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Sandwich Bay war einstmals eine offene Meeresbucht und schon 1486 gründeten die Portugiesen einst hier einen Hafen. Jedoch verlandete die Bucht immer mehr und mittlerweile hat eine große Sandnehrung die Bucht völlig vom Meer abgeschnitten. Eine kurze Blüte erlebte Sandwichhafen noch einmal Ende des 19. Jahrhunderts beim Aufbau von Deutsch Südwest Afrika. Doch bald wurde der Ort wieder aufgegeben.
So unglaublich es auch dringt, am äussersten Rand der großen Sanddünen dringt Süsswasser im Küstenbereich an die Oberfläche und speist die Lagune mit brackigem Wasser. Die weitläufigen Tümpel, umwachsen von Riedgras werden von unzähligen Flamingos bevölkert. Auch ein paar Pelikane sind zu sehen.

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Während unser Guide sich ums Lunch kümmert, Tisch Geschirr auspackt, machen wir uns daran, den steilen Hang der an den Strand reichenden Dünen zu erklimmen. Noch ist der Sand durch die feuchte Nebelluft recht fest, aber immer wieder trete ich in weichen Sand und rutsche zurück. Wieder hat uns der Ehrgeiz gepackt und die Belohnung einer schönen Sicht auf die Lagune von Sandwich Bay treibt uns voran. Maurice erreicht als erster den Dünenkamm.
Die Sicht ist grandios. Weit zum Horizont im Landesinneren reicht das Sandmeer. Düne an Düne. Endlos. Die große Lagune in ihren verschiedenen Grün und Blautönen liegt zu unseren Füssen. Und als wolle sie uns belohnen, schaut die Sonne durch den sich lichtenden Nebel auf uns herab und zaubert mit ihren Strahlen schöne Lichtspiele in die Landschaft.
Das Essen und die Getränke treiben zum abstieg und schnell sind wir den sandigen Abhang hinunter gerannt. Der Sand ist schon merklich weicher als beim Aufstieg. Oft komme ich ins stolpern.
Die Austern und Sandwiches (wie passend! 😉 ) schmecken, das Bier ist kühl und Sekt gibt es auch. Was für ein herrlicher Tag!
Doch schon bald geht es wieder auf den Rückweg.
Wieder am Strand, entlang der nun von der Sonne angestrahlten Dünen. Doch nach kurzer Zeit biegt der Guide vom Strand ab, und hinein geht es in das große Sandmeer. Laut heult der Motor und der Landy erklimmt die erste große Düne.  Katjas Gesicht verliert die frische Farbe, als das Auto den Kamm erreicht und der steile Abhang vor uns sichtbar wird. Das Auto kippt und langsam rutschen wir im weichen Sand abwärts. Was für ein Spass. Immer wieder entdecken wir Tiere. Da eine Herde Springböcke, dort ein paar zerzauste Strauße, Schakale und ein paar Oryxantilopen.
Irgendwann ist der Spass der Dünenfahrt vorbei und wir erreichen wieder den Sperrzaun. Durch die Minidünen und Salzfelder geht es wieder zurück in die Stadt.
Was für ein genialer Ausflug!
Nach einem Lunch am Hafen, vertreibe ich mir die Zeit mit einem kleinen Flug mit dem Kopter zu der riesigen Hafenbaustelle von Walvisbay. Es ist schon beeindruckend, was die Chinesen hier so aus dem buchstäblichen Wüstensand stampfen. Ausser dem Hafen werden zur Zeit auch riesige Gewerbegebiete erschlossen. Groß, grösser, am grössten scheint die Devise zu lauten.
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Leider müssen wir schon wieder an die Heimfahrt denken, und so nutzen wir die restliche Zeit mit Packen des Autos.
Der Tag geht zur Neige als das Braaifeuer wieder lodert. Den Magen gut gefüllt mit Lamm und Wild gehen müde schon zeitig am Abend ins Bett.


23. März 2016
zurück durch die Namib

Gegen sechs Uhr klingelt der Wecker und nach dem letzten Frühstück mit unseren Freunden müssen wir uns leider wieder auf den weg zurück durch die Namib machen. So richtig klar sind wir uns noch nicht, ob wir gleich zurück zur Farm Hakos fahren, und dort die restlichen zwei Tage verbringen, oder ob wir noch eine Zwischenübernachtung bei Lore und Frans auf Rooiklip einlegen wollen. Wir werden sehen.
Der Morgen ist wie so oft an der Küste nebelig trüb. Es ist recht frisch, als wir starten. Noch ein kurzer Stopp zum Einkaufen von etwas Obst und Gemüse und schon fahren wir vorbei an den riesigen Baustellen der Gewerbegebiete ins Landesinnere.
Der Nebel wird nach einigen Kilometern immer dichter. Kaum 50m können wir blicken.  Bald muss doch die Sonne durchbrechen. Und als wir nach ca. 40km endlich die Sonne wieder erblicken, machen wir eine Pause, um das Naturschauspiel zu geniessen.
Der dichte Küstennebel zieht jeden Morgen weit in die Namib hinein und ist somit die einzige Quelle des lebensnotwendigen Wassers in der Namib. Die winzigen Nebeltröpfchen kondensieren an Steinen und Grashalmen, wo die Tropfen von allerlei Wüstenkrabbeltieren aufgenommen werden.
Am Vogelfederberg, einem stark erodierten Inselberg aus Granit machen wir wieder einen Stopp und ich fliege ein paar Runden mit dem Kopter.
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Die Sonne hat wieder ihre volle Kraft zurückerlangt und brennt auf uns herab. Wir fahren weiter, als Katja, die wie fast immer das Auto fährt, so ganz beiläufig nachfragt, warum wir in Walvisbay nicht getankt haben. Mist! Das habe ich doch glatt vergessen. Wir haben zwar einen Doppeltank mit insgesammt 160 Litern Fassungsvermögen, aber der Zweite Tank zeigt nur noch halb voll an. Also dürften das nur noch knapp 40-50 Liter sein. Auf unserer geplanten Route ist die nächste Tankstelle erst wieder im ca. 300 km entfernten Windhoek. Das wird definitiv zu knapp. Also haben wir nur die Chance, nicht wie geplant über den Gamsbergpass nach Hakos oder Rooiklip zu fahren, sondern wir müssen 80km nach Süden zur Tankstelle in Solitaire. Ok, eine andere Wahl haben wir eh nicht und so fahren wir, nachdem wir den Kuisebpass hinter uns gelassen haben auf der C14 weiter nach Süden.
Ich kann kaum noch nachvollziehen, wie oft ich diese Strecke schon gefahren bin. Dennoch birgt die karge Landschaft immer wieder neue Eindrücke.
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Kurz vor Mittag haben wir scheinbar genau die Rushhour auf der C14 erwischt. Die Fahrzeuge der Touristen, welche in den Morgenstunden in Sesriem gestartet sind und meist an die Küste wollen, kommen uns nun im 5 Minutentakt entgegen. Die weit gezogenen Staubfahnen kündigen die Fahrzeuge schon aus der Ferne an. Staub, Staub und immer wieder Staub liegt über der ganzen Pad. Endlich erreichen wir gegen Mittag die Tankstelle von Solitaire. Wir halten uns nicht lange auf und nachdem der Tank wieder voll ist, machen wir uns gleich auf den Weg, zumal mir hier eindeutig zu viel Leute sind.
Wieder die 80km zurück zum Abzweig auf den Gamsbergpass wollen wir jetzt nicht mehr fahren. Also mache ich den Vorschlag, doch wieder den Spreetshoogtepass , der Abzweig liegt unweit von Solitaire, hinaufzufahren und in den schönen Granitfelsen der Namibgrens Farm eine Nacht zu verbringen. Diese schöne Landschaft ist uns schon auf der Herfahrt vor einer Woche aufgefallen und wir hatten dieses Campground schon für zukünftige Reisepläne vermerkt.
So will es eben das Schicksal, dass wir, verursacht durch unser Tankmissgeschick, nun jetzt schon Gelegenheit bekommen, Namibgrens einen Besuch abzustatten.
Wieder geht es durch die weiten Ebenen der Vornamib, vor uns die steilen Berge der großen Randstufe. Schon von Weitem erkennen wir die Serpentinen des Spreetshoogte Pass, die sich fast 1000 Höhenmeter in das Hochland hinaufwinden.
Katja meistert souverän die kurvenreiche Strecke und wir erreichen in den zeitigen Nachmittagstunden die Farm Namibgrens.
Im Farmhaus klingeln wir und eine Frau, Miss Marple nicht ganz unähnlich öffnet uns. Katzen und Hunde laufen gelangweilt umher. Wir tragen unseren Wunsch nach einer Übernachtung auf dem Campground vor. Die Dame wirkt etwas reserviert und nach einigem Überlegen, scheint sie zu dem Entschluss gekommen zu sein, dass noch etwas frei ist. Sie erklärt uns den Weg, kassiert die Campinggebühr bar und will von uns nichts weiter wissen. Die Tür schliesst sich wieder und die Hunde legen sich wieder zur Ruhe.
Wir steigen ins Auto und fahren durch das riesige Gelände. Die Camp grounds sind schön versteckt in das großzügig angelegte Areal zwischen den großen Granitbouldern eingebettet. Eine Landschaft zum Träumen!
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Wir bauen Stühle Tisch und Dachzelt auf und schon wenige Minuten später kocht im Alutopf das Essen. Gestärkt und nach einer Dusche erfrischt, erkunden wir zu Fuß die Landschaft, erklimmen über unwegsame Boulderflächen einen kleinen Berg. Die Sicht ist umwerfend. Nach Osten die Weiten des Hochlandes mit vereinzelten Bergen, vor uns im Westen die wild zerklüftete Landschaft der Randstufe und weiter im Westen die weiten Flächen der tief zu unseren Füßen liegenden Namib. Die nachmittägliche Sonne wirft schon die ersten Schatten in die Landschaft. Wir erkunden noch weitere Campingplätze und finden auch den Pool, den wir aber nicht nutzen. Hier kann man es aushalten.
Der Sonnenuntergang ist wieder wie aus dem Bilderbuch und zeitgleich geht der volle Ostermond honiggelb über dem Hochland auf.
Die Müdigkeit hat uns im Griff, und es dauert nicht lange, dass wir im Dachzelt liegen und den Geräuschen der hellen Nacht lauschen.


24. März 2016
der letzte Tag auf Hakos

Wir freuen uns, dass das Schicksal uns auf diesen schönen Platz geführt hatte, geniessen den Frühstückskaffee und packen unsere sieben Sachen. nach fast zwei Wochen sitzen die Griffe, und wenige Minuten später sind wir startklar.
Es sind nur knapp 100km die wir unterwegs sind. Immer begleitet von der auffälligen Silhouette des Tafelberg ähnlichen Gamsberg.
In den späten Vormittagsstunden erreichen wir Hakos. Und ich beginne, die Ausrüstung zu sortieren, zu packen, zu entscheiden, was auf der Farm bleibt.
IMG_5468Der Abschiedsblues macht sich bei mir breit. Immer wieder scheue ich in die Ferne zum Westhorizont wo die Erlebnisse in der Namib und in der Naukluft schon wieder Geschichte sind. Das Herz wird schwer, als unsere große Alu-Campingkiste wieder für lange Zeit in den Stauräumen der Sternwarte verschwindet. Eine letzte kleine Wanderung zum Walters Point zerstreut die wehmütigen Gedanken.IMG_6872
Die letzte Nacht im Vollmondlicht liege ich immer wieder wach…


25. März 2016
zurück nach Windhoek

Der letzte Kaffee zum Morgen in diesem Urlaub.
Schnell haben wir unsere Koffer verstaut, geben die Schlüssel im Farmhaus ab und zum letzten mal geht der Blick zum Gamsberg.IMG_8919-Pano
Wenn es diesen Urlaub wieder einmal nicht klappte, auf den Gamsberg zu wandern, dann eben im nächten 😉
Gemütlich fahren wir die 140km in die Landeshauptstadt. Alles ist auf dieser Reise gut gegangen. Nur einen platten Reifen hatten wir und als ich wenige hundert Meter vor Beginn der Teerpad an der Stadtgrenze von Windhoek meine Freude darüber äussern wollte, dass wir keinen einzigen Steinschlag abbekommen haben, passierte es. Der Stein war deutlich zu sehen, den ein in hohem Tempo entgegenkommendes Auto hochschleuderte. Und mit einem lauten Knall war die Frontscheibe unseres Autos mit einem münzgroßem Einschlag verziert.
Zum Karfreitag wirkt Windhoek total verschlafen. Wir haben noch eine Menge Zeit und parken im Parkhaus des Wernhill Centers. Wir wollen noch ein paar Souvenirs einkaufen, doch die meisten Läden haben geschlossen. So laufen wir die ehemalige Kaiser Wilhelm Straße entlang und steuern auf das Café Zoo zu. Unser mittlerweile obligatorischen Urlaubsausklangsrestaurant.
Das letzte Springbocksteak schmeckt baie lekker.
So sitzen wir ein paar Stunden unter der schattigen Krone des riesigen Gummibaumes des Zooparks und beobachten die Familien, die sich in der Grünanlage des Parks einen schönen Karfreitagnachmittag machen.
Gegen 16 Uhr machen wir uns auf den Weg zum 40km östlich der Stadt gelegenen Flughafen, nicht ohne vorher an den „Bremer Stadtmusikanten“ anzuhalten. Buntbemalt stehen die Tiere (Büffel, Löwe, Warzenschwein und Pavian bilden das Quartett) an der Straße und laden zum Halt.
Ein riesiger Laden mit Souvenirs und angrenzend eine große Werkstatt in dem Tiertrophäen hergestellt werden laden zu Besichtigung ein. Auch wenn wir zu den Trophäen eine eher ablehnende Meinung haben, ist es doch sehr sehenswert.IMG_5513
Die Autoübergabe am Parkplatz des Flughafens verläuft unkompliziert und kurze Zeit später stehen wir am Check Inn und geben unsere Koffer ab, die trotz vieler im Land gebliebener Sachen auf das Gramm wieder ihr Maximalgewicht von je 23kg anzeigen. Der Fotorucksack wird zum Glück nicht gewogen 😉
Die letzten Namib$ gehen für Wein drauf und pünktlich zur späten Abendstunde heben wir ab in die afrikanische Nacht.
Als ich erwache, sind wir schon über dem Mittelmeer. Über den schneebedeckten Alpen zum Sonnenaufgang zeigt die Natur noch einmal, was sie kann.
Wir landen pünktlich in Frankfurt und ich kann glücklicherweise über das Internet noch einen Flug nach Dresden buchen. Nur 2 Stunden später geht es weiter und wenig später setzt das Flugzeug zum Landeanflug auf das wolkenverhangene Dresden an…


schön war’s…

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