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2. Tag – Kroatien Camping Sirena


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01.Juli 2010 Kroatien- Camping Sirena

30km vor Graz ist ein Tunnel wegen Bauarbeiten gesperrt und wir müssen eine große Umleitung in Kauf nehmen, welche uns eine halbe Stunde Zeit kostet. Was soll’s. Irgendwann liegt Graz hinter uns und Slowenien ist erreicht.

Die neu gebaute Autobahn bringt uns zügig voran. Ich halte an einer Tankstelle und machen für 1.19 EUR den Tank wieder voll. Die Kinder wachen auf und als ich Falk sage, dass die kroatische Grenze kurz vor uns liegt, schaut er mich ungläubig an. Die Kinder sind wieder munter und ehe wir uns versehen stehen wir an der Grenzabfertigung zu Kroatien.

Alles läuft unkompliziert und schnell. Ich muss nur den Zöllner einen Blick ins Auto gestatten und schon geht es weiter.

Die Autobahn geht kurz nach der Grenze in eine Landstraße über, jedoch nur knapp 10km und dann geht es weiter auf der neuen Autobahn. Vor Zagreb fahre ich gegen 3.00 Uhr auf einen Parkplatz und wir klettern in unsere Betten.

Durch die Cola bin ich noch etwas aufgedreht und auch Felix denkt nicht ans schlafen. Er schaut neugierig aus dem Heckfester den Autolichtern auf der Autobahn zu und quatscht munter ganze Romane. Falk schläft indes tief und fest. Irgendwann gibt auch Felix Ruhe und auch ich wandere ins Reich der Träume.

Gegen 5.00 Uhr werde ich munter. Die Autobahn ist schon merklich voller. Ich wecke mit sanfter Gewalt die Kinder, die schlaftrunken und ungläubig dreinschauen und überhaupt nicht wissen, was los ist. Kurze Zeit später sitzen alle wieder in ihren Sitzen und die Fahrt geht zügig gen Süden. Wir umfahren auf dem Autobahnring Zagreb, erreiche Karlovach und biegen gegen 6.00 Uhr auf die Autobahn in Richtung Split.

Aller paar Kilometer sind neue Raststätten zu sehen. Wir halten an der Raststätte Dobra und Frühstücken. Ich nutze derweil das Internet, um den Bericht ins Netz zu stellen. 😉

Jetzt ist es gleich 7.30 Uhr und die Kinder haben sich auf dem Spielplatz der Raststätte ausgetobt. Ich blase zum Sammeln und ab ins Auto…

…strahlender Sonnenschein, eine super tolle Gebirgslandschaft, Karst soweit das Auge reicht. Die Autobahn führt schnurgerade durch die karge Gegend. Verstreut in der Landschaft liegen einzelne Dörfer. Von was die Bewohner wohl leben? Felder sieht man nirgendwo.

Die Dichte an topmodernen Raststätten an der Autobahn ist beeindruckend. Fast aller 10 bis 20km befindet sich ein großer Parkplatz mit Restaurant und oft mit Tankstelle. Wir gönnen uns öfters eine kleine Pause, essen ein kleines Eis, ich trinke einen Espresso oder Felix nutz den Spielplatz. Die Temperatur liegt bei ca. 30° und keine Wolke am Himmel.

Vor uns türmt sich das Kalkgebirge mächtig auf und die Autobahn verschwindet wieder einmal im Tunnel. Nach ein paar Kilometern eröffnet sich aus dem Tunnel kommend eine grandiose Aussicht. Von ca. 1000 Metern Höhe reicht der Blick die steilen Hänge hinab bis zu den tiefeingeschnittenen Buchten der Adria. Die Kinder und auch ich sind begeistert.

In weiten Serpentinen schlängelt sich die Autobahn das Gebirge hinab. Gegen 10.30 Uhr verlassen wir die Autobahn und biegen in engen Steilkurven hinab zur Küste. Schroff fällt das Gebirge ins Meer. Winzige Buchten sind von der Straße auszumachen.

Dann sehen wir schon das Hinweisschild zu unserem Campingplatz Sirena. Kleine teilweise von Pinien beschattete Stellplätze schmiegen sich dicht an den Hang. Wir suchen uns einen ansprechenden Platz aus und ich erledige die Formalitäten in der Rezeption.


Camping sirena/ Lokva Rogoznica/ Croatia in croatia


Camping Sirena/ Lokva Rogoznica/ Croatia in croatia

Als ich zurück komme haben die Jungs die Doppelluftmatratze schon ins Nirwana befördert. Keiner ist’s angeblich gewesen. Naja, keine fünf Minuten vor Ort hat die Matratze ausgehalten. Mal schauen, wo ich das Flickzeug versteckt habe.

Als erstes aber schnappen wir uns die Handtücher und laufen die knapp hundert Meter zu einer kleinen Kiesbucht. Falk rennt sofort ins warme Wasser. Felix hingegen geht die Sache behutsamer an. Er setzt sich in die leichte Brandung und freut sich über jede Welle, die ihn erreicht.

Ich frage am Strand die Kinder, ob sie Hunger auf Mittag haben. Falk schaut mich ganz erstaunt an und meint, es gebe doch bald Abendbrot. Ich lache, denn es ist erst 12.00 Uhr. Ich richte den Stellplatz mit Tisch, Stühlen, Kocher und allen notwendigen Utensilien her, schnippele ein Glas Wiener Würstchen klein und mache ein Glas Linsen auf.

Der Bora weht uns kräftig um die Nase als wir uns den Linseneintopf schmecken lassen. Die Kinder wollen hier gar nicht mehr weg. Wenn die wüssten, was noch alles auf dem Programm steht. Aber jetzt müssen wir erst einmal auslosen, wer das Geschirr abwäscht und irgendwie bin ich jetzt auch müde…

Ich glaube es nicht! Die zwei Jungs gehen ohne große Diskussion das Geschirr abwaschen.

Die Stunde Mittagschlaf wirkt Wunder und voller Tatendrang gehen wir wieder zum Strand. Felix nimmt sich nun dem salzigen Nass etwas intensiver an. Was bedeutet, dass er ins wellenlose Blau sich hemmungslos hineinhechtet. Kostet ausgiebig das Salzwasser und ist nicht allzu begeistert 😉

Zu guter Letzt klagt Falk beim heraus kommen aus dem Wasser über ein Brennen auf der Haut an den Lenden. Erst wird es ein roter Fleck, dann kommen Quaddeln zum Vorschein. Scheint von einer Feuerqualle oder einem anderen Nesseltier zu sein. Ich spüle mit Essig, dann mit Wasser und zum Schluss gibt‘s noch einen Klecks Fenestil-Gel auf die Wunde.

Nach über einer Stunde ist es nicht viel besser geworden. Ich ahne schon, in Erinnerung an meine Quallenbekanntschaften, dass die Quaddeln heute Nacht aufplatzen. Schauen wir mal.

Gegen 18.30 Uhr macht sich ein Hungergefühl breit, und wir gehen gleich schräg gegenüber in ein kleines Restaurant, welches zum Campingplatz gehört. Für Falk gibt es erst einmal Eiswürfel, um seine große Verletzung zu kühlen. Die Bedienung meint, dass für eine Qualle die Wunde noch recht klein sei, bei ihr war es mal an der Hand viel größer 😉

Nachdem wir uns Pizza und Calamari bestellt haben, erlaube ich Falk, den Laptop als Schmerzlinderung einzusetzen.

Felix lehnt erst einmal jedes Essen ab. Ihhh, dass esse ich nicht, ein ich will eine eigene Pizza, zu trinken gaaaanz viieeeell….

Irgendwie isst er dann doch zwei Stück von Falks Pizza und ich lasse mir die gegrillten Calamari mit einer Art Spinatkartoffelbreiknoblauchkreation schmecken. Der Chef des Hauses macht mit einem Korb voll undefinierbarer Glasflaschen die Runde und fragt: „sweet or not so sweet?“

Ich genehmige mir einen „not so sweet“ und hoffe beim Hinunterkippen der sto Gramm, dass es so etwas wie Sliwowitz ist und vielleicht doch nicht blind macht 😉

Zur Krönung des Abends trifft nun auch noch eine Gruppe Musikanten ein, die auf der Mandoline, Geige und Gitarre der Szenerie die nötige folkloristische, musikalische Untermalung geben.

Ich schaffe es, die Kinder zum Duschen zu überreden. Zähne putzen und ab ins Bett. Wir liegen ohne Decken in der Wärme und schauen etwas auf DVD an, doch merken schnell, dass wir sehr müde sind. Ich fahre den Computer herunter und wir liegen auf der Matratze und lauschen den Mandolinenklängen, welche noch sehr lautstark von den Zikaden übertönt werden.

Gute Nacht…

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