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3. Tag – Faulenzen am Meer


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02. Juli 2010 – Der Tag am Meer

Ich wache verschwitzt mitten in der Nacht auf. Der Sturm heult und weht durch unsere kleine Unterkunft. Die Kinder liegen kreuz und quer auf der Matratze. Ich gehe nach draußen und suche im Mondlicht nach unseren weggewehten Handtüchern und Badesachen. Der Wind ist warm aber so stark, dass es unangenehm ist. Ich laufe noch etwas umher, genieße die Sicht über die Meeresbucht im hellen Mondlicht. Das Meer glänzt wie flüssiges Silber. Ich klettere zurück ins Auto, bringe die Jungs in eine vernünftige Schlafposition und versuche einzuschlafen und an etwas Kühles zu denken. Irgendwann verschwimmen die Gedanken…

Als ich erwache, ist es schon 8.00 Uhr Ich wecke behutsam die Jungs und frage Falk, was denn seine große, schmerzende Wunde macht. Er sieht mich grinsend an und fragt: „Was für ’ne Wunde?“

Ich suche die letzten, vom Wind verwehten Sachen zusammen und dann gehen wir drei uns duschen und Zähne putzen.

Im milden Morgensonnenlicht sitzen wir beim Frühstück, essen Toastbrot mit Nutella, Hörnchen, Müsli und beschließen, den Tag außer mit Baden sonst mit Nichtstun zu verbringen.

Den Vormittag verbringen wir wie beschlossen am Strand unserer kleinen Badebucht. Falk schnorchelt jetzt ohne Probleme und ist von den Fischen ganz begeistert. Felix versucht sich auch im Schnorcheln, wobei er mit der Brille aber nie die Wasseroberfläche erreicht. Ihm gefällt es am Wasserrand im Kies zu buddeln und sich von den kleinen Wellen umspülen zu lassen. Wenn er ganz mutig ist, lässt er sich von mir auch mal ins tiefe Wasser tragen, wo ich ihn aber immer beherzt von den Haien retten muss…

Jetzt muss ich aber erst einmal Mittagessen kochen. Die Kinder nörgeln bereits seit 11.00 Uhr, dass sie Hunger haben. Dabei hatten sie zum Frühstück recht ordentlich gegessen. Das Baden und die frische Luft machen eben Hunger. Jetzt gibt es nur noch Streit zwischen Falk und Felix, was es zum Essen geben soll: Ravioli oder Spagetti

Ehe sie sich jetzt prügeln, muss ich wohl einschreiten. Falk! Felix! Schluss jetzt…

Der Nachmittag wird wieder mit planschen, schnorcheln und Nichtstun am Strand verbracht. Die Luftmatratze habe ich notdürftig geflickt und mit an den Strand genommen. Felix ist begeistert wenn ich ihm auf der Matratze durchs Wasser ziehe. Der für heute Nachmittag geplante Einkauf fällt erst einmal ins Wasser, denn ich werde von den Jungs überstimmt noch den restlichen Tag am Strand zu verbringen.

Am Abend erkunden wir zu Fuß die nähere Umgebung und entdecken direkt unter unserem Stellplatz am Steilufer eine kleine Höhle in die das Meer brandet. Falk erkundet die Höhle und Felix will es ihm nachmachen, was ich ihm aber verbiete, da es doch eine etwas gefährliche Kletterei ist.

Golden färbt die Abendsonne die raue Landschaft.

Gegen 19.00 Uhr gehen wir ins Lokal um Abendbrot. Falk bestellt wieder seine Pizza, Felix möchte Spagetti, welche ich für ihn wie gewohnt ohne Soße bestelle. Ich genehmige mir gegrillten Fisch. Einen Schoppen Rotwein später kommen die Spagetti, natürlich mit Kräutern und einem Schuss Öl mit Knoblauch, worauf Herr Felix gleich lautstarken Protest anmeldet.

Ich verdonnere ihm, mit von Falks Pizza zu essen, was er unter Protestgeheul über sich ergehen lässt. Ich stelle meine Ohren auf Durchzug und genieße meinen Fisch und danach Felix‘ Spagetti. Ich bin noch darüber, da kommt die Bedienung und stellt einen Teller Spagetti ohne Alles vor Felix‘ Nase. Der grinst mich breit an und isst doch tatsächlich noch einen halben Teller der trockenen Spagetti. Egal, Hauptsache er hat was im Magen 😉

Falk ist ganz begeistert, dass heute im Lokal Puplic Viewing ist und das Fußballspiel Uruguay vs. Ghana übertragen wird. So ist der Abend für ihn gerettet. Ob er auch weiß, dass zeitgleich im Lokal wieder die kroatische Folkloretruppe auftritt 😉

Felix muss kackern…

Sitze wieder mit den Kindern am Tisch und die Mandolinenspieler plärren zwei Meter neben uns. Ich muss noch einen Wein bestellen, um das auszuhalten 😉 Wobei, ich muss zugeben, besser als Opa Hans spielen sie schon…

… noch ‘n Schoppen Roten später, es steht gerade 1:1 bringe ich um 22.00 Uhr die Kinder ins Bett. Felix hatte mit einem kleinen Italiener Fußball gespielt. Der Wind weht lau und die Sternlein blinken.

Mittlerweile ist es kurz vor Mitternacht. Die Kinder schlafen tief und fest. Der Wind frischt wieder kräftig auf. Es ist jedoch angenehm warm und ich sitze noch vor dem Auto und genieße die Ruhe (Ruhe, inwiefern man sich den Lärm der Zikaden jetzt mal wegdenkt). Dann bin noch mal im Dunkel der Nacht zum Strand gelaufen. Die Sterne blinken wild in der unruhigen Luft, das Wasser umspült warm meine Beine. Der Kies am Strand strahlt die Wärme des vergangenen Tages, man könnte hier einfach einschlafen. Ich finde im Dunkel der Nacht, der Mond ist noch nicht aufgegangen, wieder zurück zum Auto um die letzten Zeilen dieses Blog ins Netz zu stellen und ein paar Rechtschreibfehler zu Korrigieren.

Morgen nun ist Schluss mit der Faulenzerei, denn es geht weiter in Richtung Herzegowina nach Mostar…

Gute Nacht.

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