skyimages.de Photography by Stephan Messner

12. Tag- nach Mazedonien zum Ohridsee

Ich hatte gestern den Kindern versprochen, dass die heute ausschlafen dürfen.

Pünktlich wie immer bin ich gegen sechs Uhr aufgewacht und habe die Zeit genutzt um ein paar Bilder ins Internet zu stellen. Wie gesagt, die Kinder dürfen ausschlafen und was ist? Heute sind sie ab sieben Uhr putzmunter.

Wie üblich geht es ans zusammenpacken. Beide Kinder helfen mit und gegen Acht sitzen wir auf der Terrasse beim Frühstück. Während dessen kommt eine Patrouille der deutschen KFOR-Einheit vorbei und ich nutze die Gunst der Stunde um ein paar Fotos der Soldaten zusammen mit den Jungs zu schießen.

Nach dem gemütlichen Frühstück, die Jungs haben heute richtig reingehauen, brechen wir auf, um uns Prizren näher anzuschauen. Heute zum Sonntag ist der Verkehr bedeutend ruhiger als am gestrigen Samstagabend. Wir suchen uns am Fuß der Ruine der ehemals osmanischen Festung einen Parkplatz und nehmen den beschwerlichen Aufstieg in Angriff. Der Blick auf Prisren ist gigantisch. Beklemmend sind allerdings die Ruinen der Häuser am Fuß der Festung welche erst 2004 dem Mob im Übergriff auf die serbische Minderheit zum Opfer fiel. Die Festung selbst besteht nur noch aus einer gewaltigen Außenmauer und ein paar Gewölben im Inneren.


Prisren. Kosovo / remains of Serbian Orthodox Church of Holy Salvation in europe


Prizren Kosovo – view from castle in europe

Der Blick der sich uns von hier oben ins Land bietet ist beeindruckend. Prizren zeigt sich uns als ein Gewirr von Dächern und über ein Dutzend Minaretten.

In der Altstadt genehmigen wir uns noch jeder ein Eis und Falk kauft sich je eine große albanische und eine kosovarische Fahne, welche der Verkäufer stolz dem Jungen umhängt und auf Fotos besteht.

Gegen Mittag geht unsere Reise weiter. Entlang der Südgrenze verblüfft die Europastraße in Richtung Skopie/ Mazedonien.
Grün bewaldetes Gebirge, fruchtbare Landschaften, aller paar Kilometer neu errichtete Motels, Restaurants und Cafés.


Gornje Selo. Kosovo in europe

Wir erreichen einen Gebirgskamm auf ca. 1600 Meter Höhe und finden uns inmitten eines Gewimmels aus Rummel, Markt und Picknick wieder, Jede Menge Autos stehen kreuz und quer, Auf den Wiesen haben Leute sich zum Picknick niedergelassen. An den Hängen Baustellen von neu zu errichtenden Ferienhäuschen. Und alle Leute lassen ihren Müll fallen, wo sie sich gerade befinden. Man begreift es nicht!

Ein Händler hat auf seinem Auto schöne Mineralienstufen arrangiert. Ich erwerbe drei schöne Stücke für wie ich finde wenig Geld und wir fahren weiter durch die waldreiche Landschaft.


Prevalac. Kosovo in europe

Das Erscheinungsbild der Orte wandelt sich. Waren es bis jetzt albanisch dominierte Orte, so tauchen jetzt immer öfter kyrillische Schriftzeichen der Serben auf und auch albanische Ortsbezeichnungen sind oft mit Graffiti überschmiert.


Štrpce/ Shtërpca Kosovo in europe

Und plötzlich erreichen wir die Grenze nach Mazedonien. Die Grenzabfertigung beider Seiten ist als korrekt zu bezeichnen. Eine riesige mazedonische Flagge weht selbstbewusst im Wind. Wir haben kaum die Grenze passiert, da kommt uns ein Konvoi einer Hochzeitsgesellschaft in Richtung Grenze entgegen. Große Albanische Flaggen werden aus den Fahrzeigen gehalten. Ich hätte nicht gedacht, dass hier auf mazedonischer Seite auch solch starker albanischer Einfluss herrscht. Die Beschriftungen sind zweisprachig und oft dominieren nur albanische Bezeichnungen.

Mir wird bewusst, dass ich überhaupt nicht weiß, welche Währung hier in diesem Land regiert. Sicher kann man hier mit Euro zahlen, doch zu welchem Kurs?

Wir erreichen die erste größere Stadt Tetovo. Wieder dieser wohltuende, gar nicht hektisch wirkende Trubel, welcher uns schon so oft begegnet ist. Wir fahren einfach drauf zu in Richtung Zentrum. Ich bin auf der Suche nach einem Bankautomaten und Falk versucht gleichzeitig mit dem Laptop ein offenes Netz ins Internet zu finden. Ungesicherte Netze finden wir unzählige, landen aber beim Internet immer auf Providerseiten, die ein Passwort verlangen. So rufe ich in Deutschland Uli an, ob sie mal ins Web schauen kann und mir den Kurs Euro zum Dinar mitteilen kann. Dass hier der Dinar als Zahlungsmittel gilt, hatte ich mittlerweile herausgefunden 🙂

Wir fahren kreuz und quer durch die Innenstadt auf der Suche nach einem Bankautomat. Ich habe zwar überhaupt keine Ahnung mehr, wo wir uns befinden, aber ich genieße dieses Rumgekurve. Trotz Sonntag herrscht reges Treiben in den Straßen. Alles ist bunt. Plötzlich ruft Falk, der eine Bank gefunden hat. Ich gehe zum Geldautomaten und die Karte funktioniert. Jedoch weiß ich den Kurs noch immer nicht und rufe noch einmal Uli an. 1 zu 62 ist der Kurs und ich hebe 10 Tausend Dinar ab.

irgendwie fehlt hier ein halber Tag Text 🙁

jedenfalls sind wir noch weiter zum Ohridsee gefahren und haben am Ostufer ein hübsches kleines Hotel gefunden. Direkt am Seeufer.

<-zurück oder weiter->

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: