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16. Tag – Ksamil ein Paradies


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15. Juli 2010 – Ksamil eine Art Paradies

Gegen acht Uhr stehen wir wieder auf. Die paar Sachen (Kulturbeutel, Kamera, Laptop) räumen wir wieder ins Auto, welches wir unter einem alten Olivenbaum geparkt haben. Noch einmal geht es zum Strand, wo Felix unbedingt noch ein paar große Steine sammeln möchte. Eine Stunde später sitzen wir auf der Terrasse des Restaurants und mampfen hungrig unser Frühstück, bestehend aus griechischem Salat, Rührei, angeröstetem Brot, in uns hinein. Felix, nachdem er schon drei Eier verdrückt hat, will immer noch mehr! Seeluft macht hungrig.

Ich zahle unsere Zeche und wir winden uns wieder die schmale Straße hinauf zur ausgebauten Küstenstraße. Wir haben vor bis nach Saranda zu fahren und uns dort ein Hotel am Strand zu suchen. Immer wieder verschwindet die Straße in steilen Tälern ins Landesinnere, um dann umso überraschender wieder schöne Blicke aus der Höhe auf die Küste freizugeben. Wir biegen auf der Strecke noch zwei, dreimal zum Meer ab, um ein Hotel zu finden, haben aber keinen Erfolg. Zum Campen finden sich hingegen viele schöne Plätze direkt am Strand.

Wir erreichen Saranda. Auch hier herrscht in der großen Stadt ein Bauboom sondergleichen. Eigentlich ist die Stadt eine einzige Baustelle. Hotels finden wir zwar, aber nichts richtiges, was uns gefallen würde. So durchqueren wir die Baustelle Saranda und hegen Hoffnung auf die letzte Stadt an der Albanischen Südküste Ksamil.

Die Straße nach Ksamil ist wird aktuell ebenfalls neu gebaut. Das heißt, dass während des fließenden Verkehrs sich Bagger in das weiche Kalkstein fressen, den Schotter auf der Fahrbahn verteilen, und etwas weiter Schwarzdecke aufgetragen wird. Alles völlig ohne Absperrungen oder Umleitungen. Der Staub stiebt meterhoch, die frische Schwarzdecke klebt, Autos tuckern im Schneckentempo, andere düsen schnell vorbei.

Wir erreichen Ksamil. Auch hier ein Bild ähnlich dem, welches sich vor hundertfünfzig Jahren im Goldrausch in Alaska geboten haben dürfte. Nur dass der Baustil ein anderer ist.

Die große Straße eine einzige Baustelle. Hunderte Stahlbetonskelette von Häusern und Hotels stehen wild in der Landschaft. Mache Häuser sind zusammengebrochen (Schwarzbauten, welche zerstört wurden). Topmoderne Tankstellen, zwei Banken, viele bunte Läden. Ein verschlafenes Dorf versucht in Nullkommanichts sich zu einem mondänen Badeort zu katapultieren. Und so manches geht schief bei diesem Experiment.

Wir biegen ins Zentrum zum Meer ab und finden auch hier in dem Chaos kein Hotel, welches uns gefällt. Kurz darauf sind wir schon wieder heraus aus der Stadt und vor uns kommt nur noch die Grenze nach Griechenland.

Wir beschließen umzukehren und noch weiter zu suchen. Es ist erst zeitig am Nachmittag, doch wir sind der Sucherei langsam müde. Wir folgen in Ksamil einem Hinweisschild zum Hotel Castle. Eine schöne kleine Buch am Rand der Stadt, davor gleich das neu gebaute Hotel, welches durch seinen Baustil wie eine kleine Burg wirkt. Ich frage nach einem Zimmer und bin hoch erfreut, ein schönes großes Zimmer gezeigt zu bekommen. Ein ordentliches Bad, ein Sitzbereich, Kühlschrank und Klimaanlage. Alles sauber, wie der Deutsche zu sagen pflegt 😉

Wir feilschen noch ein wenig um den Preis und kurz darauf beziehen wir unser neues Domizil für die letzten Urlaubstage. Nachdem das Auto ausgepackt ist, erobern wir den Strand. Ein paar Duzend Liegestühle mit Sonnenschirmen, eine kleine Betonmole, relativ feiner Sand. Was will man mehr?

Wir toben den Restnachmittag über im warmen, klaren Wasser der Ionischen See, genießen den Ausblick auf die kleinen vorgelagerten Inseln und auf Korfu.

Mit Felix erkunde ich die Stadt und wir bestaunen die Bauwut, der hier extreme Blüten treibt. Manch ein Rohbau wirkt schon wieder wie eine Ruine, mache Zerstört vom Bauamt, dazwischen slumähnliche Häuser aus der kommunistischen Ära. Kurzum, ein durchaus interessanter Mix, welcher so manch tolles Fotomotiv liefert.

Über dem Meer geht die Sonne in einem wahren Farbenrausch unter. Golden glänzt das Meer, Mond und Venus glänzen silbern. Ein Traum, fast kitschig.

Abendessen direkt am Strand, griechischer Salat mit Tomaten, die wirklich in der Sonne gereift sind und einen intensiven Geschmack haben, wie man ihn bei unseren Supermarkttomaten nie finden wird. Frischer gebratener Fisch, Brot und Pommes. Pappsatt lassen wir den Tag am Strand unter dem Sternenhimmel ausklingen.

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