skyimages.de Photography by Stephan Messner

14. Januar 2012 – das große Teleskop auf dem Gamsberg

14.01.2002

Ein undefinierbares Müsli mit Milchpulver und Mineralwasser musste reichen, um wieder zu Kräften zu kommen. Da das Dach der zweiten Sternwartenhütte beschädigt war, suchte ich etwas Werkzeug zusammen und machte mich mit Rainer daran, das in der Gegend verstreute Wellblech zusammenzusuchen und notdürftig wieder auf die Dachkonstruktion zu befestigen.

Reparaturarbeiten an den Gamsberghütten (Januar 2002)

Reparaturarbeiten an den Gamsberghütten
(Januar 2002)

 

Die in dieser Hütte befindliche Montierung mit einer Steuerung in den Ausmaßen eines Rechenzentrums ließ sich leider nicht mehr aktivieren. Wir untersuchten noch die Bauteile eines 50 cm Schmidt-Cassegrains mit ultramassiver Gabelmontierung, welche halbfertig in der Hütte verstaut waren. Den Spiegel entdeckten wir unter einer Sperrholzabdeckung und stellten fest, dass Generationen von Mäusen das Licht der Welt auf diesem Spiegel erblickt hatten.

Zum Mittagessen kaute ich auf dem Biltong (getrockneten Fleischstreifen) herum, bis ich im Kiefer Muskelkater spürte.

Gleich darauf begannen wir in der größten Mittagshitze mit dem Abstieg. Nach anderthalb Stunden hatten wir es geschafft und kamen nach problemloser Fahrt pünktlich zum Abendessen auf der Farm an. Ich musste zugeben, dass mir das Abendessen auf der Farm bedeutend besser schmeckte, als auf dem Gamsberg- ohne Wolf-Peters Kochkünste jetzt in Frage stellen zu wollen 🙂

Routinemäßig ging ich wieder in die Sternwarte und machte mich ans Fotografieren. Ich meine, ich wollte mich ans Fotografieren machen, doch die CCD-Kamera brachte immer eine Fehlermeldung und mich somit zur Verzweiflung. In meiner Not tauschte ich sämtliche Kabel aus, welche zum Glück mit einer dazugehörigen St7 zur Ausstattung der Sternwarte gehören. Und irgendwie gelang es mir dann auch, die Kamera zur Zusammenarbeit zu überreden.

Mein heutiges Ziel war der Tarantelnebel mit dem C14. Während ich mit den Aufnahmen beschäftigte, fiel mir im Westen ein deutliches Leuchten auf. Wolf-Peter klärte mich darüber auf, dass dies das berühmte Zodiakallicht sei. Später in der Nacht, ich wollte gerade auf den Kugelsternhaufen NGC 4833 wechseln machten sich von Osten her einige pechschwarze Gebilde am Himmel bemerkbar. Es waren Wolken, die wie ausgestanzt am Himmel entlang zogen. Im Nordosten erblickte ich ein ausgedehntes Wetterleuchten. Über Windhoek hat es wohl geregnet.

Ich war sowieso schon überrascht gewesen, dass wir die bisherige Zeit so gutes Astrowetter hatten, denn im Januar beginnt die Regenzeit.

Galaxie Centaurus A (Januar 2002) 14" SCT + ST8e

Galaxie Centaurus A
(Januar 2002)
14″ SCT + ST8e

Kugelsternhaufen NGC 4833 (Januar 2002) 14"SCT + ST8e

Kugelsternhaufen NGC 4833
(Januar 2002)
14″SCT + ST8e

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