skyimages.de Photography by Stephan Messner

19. Januar 2002 – Ausflug in die Urzeit

19.01.2002

Da das Schweißen so viel Spaß machte, fertigte ich aus einem alte Stahlrohr und einigen Quadratrohrresten noch drei Standsäulen für unsere Transportablen Teleskopmontierungen.

Härtetest der Teleskopsäulen ;)

Härtetest der Teleskopsäulen 😉

Nach dem Mittagessen war eine Tour in den nahegelegenen Köcherbaumwald angesagt. Mit dem Jeep ging es zum Gamsbergpass und weiter auf einer abenteuerlichen Piste entlang ins schroffe Tal des Ijab-Revier.

Größere Kartenansicht

Wir bekamen wir genügend Zeit, die Gegend per Pedes auszukundschaften. Ich erklomm einen felsigen Hügel und genoss den Blick auf die umliegenden Felsen. Uralte Köcherbäume standen in der felsigen, verwitterten Landschaft. Der stahlblaue Himmel mit der sengenden Sonne bildete einen unwirklichen Kontrast zum silbrigfarbenen Glimmergestein des damaraschiefer und dem Goldbraun des verdorrten Grases. Die Landschaft erweckte eine urzeitliche Stimmung in mir. Ich fühlte mich um Jahrmillionen in die Erdgeschichte zurückversetzt. Sah so etwa in der Triaszeit unser heutiges Sachsen aus? Die Illustrationen der Zeit des Rotliegenden, welche ich als Kind im Chemnitzer Naturkundemuseum bestaunte sind hier Realität geworden. Wäre ein Saurier um die Ecke gebogen, mich hätte es nicht sonderlich gewundert. Ich wanderte allein eine enge Schlucht entlang, die durch gewaltige Wassermassen völlig ausgeschliffen war. In einem schattigem Felsloch entdeckte ich einen stinkenden Rest Wasser, daneben lag das Skelett einer Oryx-Antilope.

Wunderschöne Finken, Bienenfresser und Glanzstare warteten darauf, dass ich mich vom Wasserloch wieder entfernte. Trotz der Vögel war es in diesem Tal unheimlich still.
Wie einsame, wundersam verwandelte Wesen stehen die Köcherbäume zwischen den schroffen Felsen. Die untergehende Sonne zaubert mit ihren goldenen Licht eine Märchenlandschaft. Giftige Euphorbien strecken ihre Stachelbewährten Kakteengleichen Stämme in den wolkenlosen Himmel.

Nach drei Stunden bekam ich den Jeep wieder zu Gesicht und wartete darauf, dass die anderen Mitreisenden wieder eintrafen.

<–zurück oder weiter–>

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: