skyimages.de Photography by Stephan Messner

20.-23. Januar 2002 – Erneut auf den Gamsberg

20-23.01.2002

Wieder war eine Expedition auf den Gamsberg geplant. Diesmal wollten wir ein paar Tage oben bleiben und mussten auch entsprechend Proviant und Wasser mitnehmen. Walter sollte uns mit seinem Jeep bis auf den Berg fahren. Den Vormittag verbrachten wir damit das Gepäck zusammenzustellen und zu verstauen. Allein 90 Liter Wasser mussten mit auf den Berg. Dazu kam das C11, die EQ6, eine von mir zusammengeschweißte mobile Stahlsäule, ein paar Stahlrohre und der Schweißgenerator um einige Reparaturen durchzuführen, unsere Schlafsäcke, Wechselklamotten und ganz wichtig: mein neues Feldbett!

Die Fahrt überstanden wir auf der Ladefläche des Jeeps zwischen unserem Gepäck und fuhren durch die herrliche Landschaft. Walter befuhr die engen Serpentinen auf den Berg mit einer ihm eigenen Ruhe. Ich wusste, dass er diese Strecke schon unzählige Male gefahren war und vertrieb den Gedanken an kaputte Bremsen und ähnliche Unanehmlichkeiten sofort wieder. Nach viel Geschaukel und einem halb verstauchtem Hinterteil erreichten wir schließlich das Bergplateau.

Wir luden alles vom Jeep und machten uns als erstes auf dem Weg zur Generatorhütte, die etwas abseits der restlichen Häuser stand. Wir befreiten den Dieselmotor von einigen Mäusenestern und hängten die mitgebrachte Starterbatterie an. einige Versuche bedurfte es und die Dieselzuleitung musste auch auf Vordermann gebracht werden, aber dann tuckerte der Diesel munter vor sich hin und lieferte uns Strom.

Ich hatte diesmal mein Funktelefon mitgebracht und freute mich, als sich mitten in der Einöde das Telefon in ein heimisches Netz einklingte. Sogleich rief ich meine Frau und meinen Sohn an, die ich in Deutschland zurückgelassen hatte.

Der Blick nach Osten machte uns unmissverständlich klar, dass es wirklich der Beginn der Regenzeit war. Im Westen, über der Namibwüste war der Himmel noch stahlblau und die untergehende Sonne beleuchtete die herannahenden Wolken in einem herrlichen Farbenspiel. Wolf-Peter verwöhnte uns mit seinem köstlichen Tomatensalat, dessen Knoblauchduft sämtliche Paviane vom Gamsberg vertrieben. Ich kaute wieder genüsslich mein getrocknetes Antilopenfleisch und wir ließen den Abend ruhig ausklingen. Draußen hatte sich der Himmel komplett zugezogen und ein Sturm peitschte über den Berg. Ich verkroch mich wieder in die Schiebedachhütte und legte mich genüsslich auf mein Feldbett. Der bald darauf einsetzende Regen prasselte in einem ohrenbetäubenden Lärm auf das Wellblech des Schiebedaches und konnte mich trotzdem nicht am Einschlafen hindern.

21.01.2002

Nach dem Frühstück (Müsli+ Trockenmilch + Wasser) machte ich mich daran, die fast auseinandergefallende Holztür am Generatorhaus zu reparieren.

Hillar montierte erfolgreich die mitgebrachte Funkantenne und wir freuten uns, als die Funkverbindung auf die Farm Hakos ohne Probleme stand. Rainer machte sich über die Windmesser her, welche sich in der Werksatt noch fanden. Jeder machte sich irgendwie nützlich.
Am Nachmittag umwanderten wir das Bergplateau und wurden gegen Ende von einem kräftigen Regenguss überrascht. Da die Körperpflege auf solch einer Exkursion
doch stark zu wünschen übrig lässt, war mir diese Dusche recht willkommen. Ich rannte in meine Hütte, holte das Duschbad und seifte mich unter dem Fallrohr der Dachrinne kräftig ein. Herrlich – endlich wieder sauber!
Der Tag endete und es regnete kräftig, als wir uns die Bohnen und das Trockenfleisch schmecken ließen.

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